Menschenrechte in Graz: Neuester Bericht zeigt Licht und Schatten
Der aktuellste Grazer Menschenrechtsbericht liegt vor
Zusammenfassung
- Der 18. Menschenrechtsbericht der Stadt Graz hebt Fortschritte im Diversitätsmanagement und in Bereichen wie Stadtplanung, Umwelt- und Sozialpolitik hervor.
- Offene Problemfelder bleiben Gewalt, Hass, Rassismus, Wohnungsknappheit und Kinderarmut; Empfehlungen betreffen u.a. Kinderbetreuung, Diskriminierungsschutz und Klimaschutz.
- Graz feiert 25 Jahre als Menschenrechtsstadt, dient als Vorbild für andere Städte und wurde erneut in den Lenkungsausschuss der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus gewählt.
Der Grazer Menschenrechtsbeirat hat am Freitag seinen 18. Bericht zum aktuellen Stand in der steirischen Landeshauptstadt vorgelegt: Es wurden positive Schritte wie etwa in den Bereichen Stadtplanung, Umwelt- und Sozial- und Gesundheitspolitik hervorgehoben.
Wo es Probleme gibt
Es seien aber auch weiterhin offene Problemfelder, unter anderem Gewalt, Hass und Rassismus, Wohnungsknappheit sowie Kinderarmut, festgestellt worden, hieß es in einer zusammenfassenden Aussendung.
Der Bericht wird am kommenden Donnerstag bei der Gemeinderatssitzung in Graz öffentlich vorgestellt und ist bereits online abrufbar.
2025: "Hinwendung zum Extremismus"
Der Bericht beleuchtet wie jedes Jahr die Lage der Menschenrechte in der Stadt und unterbreitet Empfehlungen. Für das Jahr 2025 wurde festgehalten, dass dieser vor dem Hintergrund "erheblicher gesellschaftlicher Herausforderungen" entstanden sei: "Polarisierung, Hass und eine Hinwendung zu Extremismus prägen das gesellschaftliche Klima im Jahr 2025.
Hinzu kommen bewaffnete Konflikte, die durch humanitäre Katastrophen Flucht und Not verursachen, sowie wirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitiger Inflation, die auf einkommensschwache Gruppen besonders negativen Einfluss haben.
Die Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Klimaveränderung betreffen insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen", wurde festgehalten.
Menschenrechte "unverzichtbare Orientierung"
Menschenrechte würden gerade in diesen schwierigen Zeiten eine "unverzichtbare Orientierung für die Stadt bieten". Neben den positiven Schritten in den Bereichen Stadtplanung, Umwelt- und Sozial- und Gesundheitspolitik wurde auch die Weiterentwicklung der Beteiligungsverfahren genannt, um betroffene Menschen stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden.
Weiters wurde besonders der Bereich Diversitätsmanagement unterstrichen: Die Stadt sei die erste, "die ihr Diversitätskonzept ausdrücklich menschenrechtlich begründet. Maßnahmen zur sprachlichen Zugänglichkeit von Behörden, digitale Barrierefreiheit sowie diversitätssensible Kommunikation werden in einem umfassenden Konzept zusammengefasst."
Was der Beirat empfiehlt
Angesprochen wurden aber auch die Problemfelder und die daraus folgenden Empfehlungen. Diese betreffen Kinderbetreuung, städtisches Diversitätsmanagement, politische und soziale Teilhabe, Hygiene im öffentlichen Raum, Diskriminierungsschutz sowie die menschenrechtliche Dimension des Klimaschutzes. Die Umsetzung dieser Empfehlungen werde in den kommenden Berichten überprüft.
Am Sonntag, 8. Februar, begeht die Stadt Graz das 25-jährige Jubiläum als Menschenrechtsstadt. Die steirische Landeshauptstadt gilt als Vorbild für andere Städte und wurde für weitere vier Jahre in den Lenkungsausschuss der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus gewählt, was die Zusammenarbeit mit fast 200 europäischen Städten stärke.
Zürich folgt Grazer Vorbild
Die Stadt Zürich kündigte an, sich 2026 nach dem Vorbild von Graz zur ersten Schweizer Menschenrechtsstadt zu erklären.
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