Getötete Influencerin: Neue Details über die letzten Stunden von Stefanie P.
Die Grazerin wurde wurde tagelang gesucht
von Gernot Heigl
Anhand akribischer Polizeiarbeit konnten Kriminalisten die letzten Stunden von Stefanie P. rekonstruieren. Die Grazerin wurde Ende 2025 tagelang gesucht, konnte aber nur noch tot gefunden wurden: Sie wurde Opfer eines Verbrechens, als verdächtig gilt ihr Ex-Freund. Er sitzt in U-Haft.
So feierte die Influencerin am 22. November 2025 ab circa 22 Uhr in einem Grazer Lokal den Geburtstag einer Freundin mit burgenländischen Wurzeln. Am nächsten Tag gegen 3 Uhr früh schickte sie davon einer Bekannten ein kurzes Video per Snapchat.
Rund drei Stunden später verließ sie das Lokal und fuhr per Taxi zu ihrer Wohnung. Um 6.38 Uhr unterhielt sie sich per WhatsApp mit einer Freundin. Um 07.06 Uhr folgte eine Sprachnachricht. Das letzte Lebenszeichen der 31-jährigen Grazerin.
Nachbarin hörte Schreie
Wenige Minuten später soll, so Ermittler, der Ex-Freund in die Wohnung gekommen sein. Nachdem gegen 8 Uhr eine Nachbarin laute Schreie und das Zuknallen von Türen gehört hatte, beobachtete eine Zeugin den Mann dabei, wie er um circa 10 Uhr eine Art Plane zum Auto trug. Zu welch dramatischen Szenen es während dieser zwei Stunden gekommen ist, lässt sich kaum erahnen.
Der Beschuldigte, ein 31-jähriger Slowene, verneinte im Verhör vor Kriminalisten anfangs vehement, mit dem Verschwinden von Stefanie P. etwas zu tun zu haben. Mimte den besorgten Ex-Freund und tischte den Grazer Fahndern mehrmals verschiedene, teils märchenhafte Ausreden auf. Doch die erfahrenen Beamten ließen sich nicht täuschen.
Widersprüche aufgedeckt
Nach Stunden hartnäckigen Nachfragens deckten sie Widersprüche in den Aussagen des als extrem eifersüchtig beschriebenen Mannes auf. Konfrontierten ihn schließlich mit Beweisen und Fakten, die sein bis dahin dreistes Lügenkonstrukt zusammenbrechen ließen. Sein Leugnen endete unter Tränen. Die darauffolgenden Schilderungen zum Tod von Stefanie P. wertet die Justiz als Schutzbehauptung und spricht von Mordverdacht.
Der Slowene gab nämlich zu Protokoll, dass seine Ex-Freundin im Streit gedroht hatte, sich selbst mit einem Küchenmesser etwas anzutun. Um das zu verhindern, habe er sie von hinten gepackt und gewürgt.
Bei einem Gerangel im Wohnzimmer hat sie sich dann versehentlich selbst in den Hals gestochen. Durch festes und langes Zudrücken wollte er die Blutung stillen. Warum er nicht die Rettung alarmierte, konnte der Mann nicht erklären.
Gegenüber Kriminalisten meinte der 31-Jährige ursprünglich, dass sein Auto auf einem Parkplatz vor einem slowenischen Casino zufällig Feuer gefangen hat, gestand dann aber die Brandstiftung, um Spuren zu verwischen.
On-Off-Beziehung
Auch gab der Slowene, der die Influencerin seit Februar 2020 kannte und mit ihr in einer On-Off-Beziehung lebte, zu, dass er ihre Leiche in einen blauen Hartschalenkoffer gepackt hatte. Mit diesem Gepäckstück war das Paar zuvor in Paris auf Urlaub.
Den Trolley transportierte er Stunden nach dem mutmaßlichen Femizid auf der Rückbank seines Autos von Graz nach Slowenien und deponierte ihn in einem Waldstück nahe seiner dort wohnenden Großmutter. Erst am Folgetag holte er Koffer und Leiche aus dem mit Blättern und Zweigen abgedeckten Zwischenlager, um sie in einem anderen Wald zu vergraben.
Zwei Frauen verteidigen den Verdächtigen
Verteidigt wird der in U-Haft sitzende Slowene von der burgenländischen Anwältin Ina-Christin Stiglitz und ihrer Kollegin Astrid Wagner. Seitens des Anwältinnen-Duos heißt es, dass es beim Mandanten definitiv keine Tötungsabsicht gegeben hat, man derzeit aber noch auf die medizinischen Gutachten wartet.
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