Tödlicher Obus-Unfall in Salzburg: Ermittlungen laufen
Ein 55-jähriger Passant wurde vom O-Bus erfasst und tödlich verletzt.
Einen Tag nach dem tödlichen Verkehrsunfall mit einem Obus in der Stadt Salzburg laufen die Ermittlungen zum Unfallhergang. "Es wurde die Festplatte mit den Kameraaufzeichnungen aus dem Bus gesichert, dazu die Tachografen- und Fahrdatenaufzeichnungen wie Gaspedalstellung und Bremspedalstellung ausgelesen", sagte der Unfallsachverständige Gerhard Kronreif am Dienstag zur APA. "Damit lässt sich nachvollziehen, ob vom Lenker noch eine Reaktion stattgefunden hat."
Ein vorläufiges Ergebnis könnte der Gutachter bereits im Laufe der kommenden Woche an die Staatsanwaltschaft übermitteln. Bei dem Unfall hatte der Lenker eines Oberleitungsbusses der Linie 6 am Montag kurz nach Mittag an einer Kreuzung wegen eines medizinischen Notfalls die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der 59-Jährige dürfte einen Schlaganfall erlitten haben. Der Bus überfuhr in der Folge einen Rad- und Gehweg und krachte mit der Front durch eine Glasfassade in den Eingangsbereich einer Billa-Plus-Filiale. Dabei kam ein 55-jähriger Passant ums Leben. Der Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen.
Sieben Personen verletzt
Der Buslenker wurde am Montag am Universitätsklinikum Salzburg notoperiert und liegt auf der Intensivstation. Eine zweite Person erlitt Knochenbrüche, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Fünf weitere Insassen des Busses wurden leicht verletzt. Im Gebäude wurden durch den Aufprall Glassplitter und Teile herumgeschleudert, aber weder Mitarbeiter noch Kunden des Supermarkts verletzt.
Zur Klärung der genauen Todesursache und des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und dem Tod ordnete die Staatsanwaltschaft eine Obduktion des 55-Jährigen an. Ein Ergebnis lag am Dienstagvormittag noch nicht vor.
Der Obus wurde am späten Montagnachmittag geborgen. Seit Montagabend verkehrt die Obus-Linie 6 wieder auf der gesamten Strecke. Nach einer statischen Überprüfung konnte im betroffenen Gebäude keine Einsturzgefahr festgestellt werden, der Supermarkt und ein zweites Geschäft blieben am Dienstag aber geschlossen.
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