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Millionenschwere Porsche-Villa: Universität Salzburg erwägt Kauf

Die Villa steht um 12,7 Mio. Euro zum Verkauf. Die Uni will sie öffentlich zugänglich machen und führt Gespräche über eine Zwischenfinanzierung mit dem Bund.
Baustelle mit Kupferdach zwischen dichtem Wald, im Vordergrund verdeckte Container und ein Metallgerüst.

Die Universität Salzburg hat am Freitag öffentlich Interesse am Kauf der Porsche-Villa am Salzburger Kapuzinerberg bekundet. Das Paschinger Schlössl war von 1918 bis 1937 im Besitz des Schriftstellers und Humanisten Stefan Zweig.

Anfang der Woche wurde bekannt, dass das Anwesen von einem Luxusimmobilienportal um rund 12,7 Mio. Euro zum Verkauf angeboten wird. Die Villa wurde im Jahr 2020 vom Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche gekauft und aufwendig renoviert.

Wie die Universität am Freitag per Aussendung mitteilte, wolle man die „vielleicht auf lange Zeit letztmalige Chance zum Kauf“ ergreifen. Ziel sei es, den bedeutenden Ort europäischen Kulturerbes zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

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Das Bauvorhaben an der Porsche Villa am Kapuzinerberg im Jahr 2025.

Gespräche mit dem Bund hinsichtlich einer möglichen Zwischenfinanzierung des Vorhabens würden bereits laufen. Dann würde auch genügend Zeit bleiben, um potenzielle Sponsorinnen und Sponsoren zu finden.

Paschinger Schlössl soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden

Für Rektor Bernhard Fügenschuh ist das Paschinger Schlössl weit mehr als ein historisches Gebäude. Der Ort sei eng mit dem Leben und Wirken Stefan Zweigs verbunden und repräsentiere einen wichtigen Teil der kulturellen Identität Salzburgs.

„Der Erhalt dieses Erbes und sein Sichtbarmachen für eine breite Öffentlichkeit stellen eine gesellschaftliche Verantwortung dar, der sich die Universität Salzburg verpflichtet fühlt“, betonte Fügenschuh. Zweig selbst wohnte 15 Jahre lang in der Villa, bevor er 1934 nach Großbritannien flüchtete.

Proteste gegen den „Porsche-Tunnel“ in Salzburg.

Gegen der sogenannten "Porsche-Tunnel" in Salzburg gab es bereits Proteste.

Der heute 83-jährige Wolfgang Porsche hatte das Anwesen im Jahr 2020 gekauft. Schon damals gab es Überlegungen von Seiten der Stadt, die Villa zu erwerben und in ein Zweig-Museum umzuwandeln.

Der Kauf scheiterte aber letztlich an den Preisvorstellungen der vorherigen Eigentümer. Anfang der Woche betonten Stadt und Land erneut, sich eine Übernahme der Villa aus budgetären Gründen nicht leisten zu können.

Bewilligung für Porsche-Privattunnel sorgte für Schlagzeilen

Dennoch mehrten sich die Forderungen nach einer Lösung. Die grüne Bürgerliste schlug etwa eine Mischfinanzierung von Bund, Land, Stadt und privaten Geldgebern vor. Der Direktor des Salzburg Museums regte eine Prüfung einer Museumsentwicklung auf dem Kapuzinerberg an. Und auch der Vorsitzende der internationalen Stefan-Zweig-Gesellschaft meinte, ein Stefan-Zweig-Museum hätte touristische Anziehungskraft.

Für Schlagzeilen weit über die Grenzen Salzburgs hinaus sorgten zuletzt aber nicht das kulturelle Erbe Stefan Zweigs, sondern Porsches Pläne, bei seinem Anwesen eine unterirdische Parkgarage samt 500 Meter langen privatem Zufahrtstunnel auf öffentlichem Grund zu errichten. Die entsprechende Bewilligung dazu wurde ihm im vergangenen September mehrheitlich von der Stadt erteilt - was für heftige politische Diskussionen und Proteste von Aktivisten sorgte.

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