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Nonnen von Goldenstein: Nach Papstaudienz im Kreuzfeuer ihrer Kritiker

Die als Rebellinnen bekannt gewordenen Nonnen reisten nach Rom. Kirchen- und Ordensspitze freut das nicht.
Drei ältere Nonnen schauen in die Kamera.

Die Nonnen von Goldenstein machen wieder Schlagzeilen, unfreiwillig vermutlich.

Bernadette, Regina und Rita wurden erst von ihrem Ordensoberen, Propst Markus Grasl, als "unauffindbar" gemeldet, um dann Stunden später am Petersplatz in Rom fotografiert zu werden: Die letzten drei Augustiner Chorfrauen Österreichs besuchten am Mittwoch eine Generalaudienz des Papstes

Zu einem persönlichen Treffen mit Leo XIV. kam es zwar nicht, doch der Trubel um die mehr als 80-jährigen Nonnen war in Österreich auch so groß genug.

Weltbekannte Rebellinnen

Das war zum Teil der widersprüchlichen Meldungslage geschuldet: Dienstagvormittag wurde bekannt, dass die für die Schwestern zuständige vatikanische Behörde, das Dikasterium, den Streit um ihren Verbleib im Kloster Goldenstein in Salzburg beilegen wolle.

Dahin kehrten die Nonnen  im September 2025 zurück, nachdem sie das ungeliebte Seniorenheim verlassen hatten. Weltweit wurde dieses Rebellentum der Nonnen medial begleitet.

Mit der Einsetzung des Salzburger Erzabtes Jakob Auer als Assistent des Propstes sollte offenbar eine tragfähige Lösung erarbeitet werden, damit die Schwestern in Goldenstein wie gewünscht ihren Lebensabend verbringen können. So zumindest wurde die Entscheidung des Vatikans kommuniziert. 

"Gegen ihren Willen"

Dienstagnacht ging  Propst Grasl an die Öffentlichkeit und tat Sorge kund, dass die Schwestern plötzlich "unauffindbar" seien.  Er befürchte, dass sie "gegen ihren Willen nach Rom verbracht" worden seien.

Mittwochfrüh,  nächster Akt:  Wolfgang Rothe, kirchenrechtlicher Berater der Nonnen, bestätigte, dass die drei ihre länger geplante Reise nach Rom "in letzter Minute" angetreten hätten. Ihnen sei von den zuständigen Institutionen "grünes Licht signalisiert worden".

"Kommunikationsprobleme"

Erzabt Auer sei über jeden Schritt informiert gewesen, versicherte Rothe. "Für Kommunikationsprobleme zwischen dem Apostolischen Kommissar und seinem Assistenten tragen weder die Schwestern noch das Helferteam Verantwortung", hieß es.

Eine Darstellung, der wiederum der Erzabt widersprach. Auer kritisierte Mittwochnachmittag "falsche Informationen", die aus dem Unterstützerkreis der Nonnen gekommen seien.

"Unverständlich"

Die Schwestern hätten ihm mehrfach versichert, dass sie die von Spendern bezahlte Reise nicht antreten würden. Auch deshalb, da die Regeln ihrer Gemeinschaft dies nicht vorsehen und das Dikasterium sie erlauben müsste. "Der gesamte Vorgang ist für mich völlig unverständlich", merkte Auer an.  "Es wird immer offensichtlicher, dass es einigen Personen nicht um das Wohl der Schwestern geht, sondern andere Interessen in den Vordergrund stellen."

"Spielball der Interessen anderer"

Aus der Erzdiözese Salzburg kam am Mittwoch ebenfalls eine kritische Stellungnahme. Die Ordensfrauen seien "längst zum Spielball der Interessen anderer geworden", hieß es darin.

Man verfolge die Entwicklungen "mit großer Sorge": So würden "erneut Versuche einer Lösung untergraben".

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