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Chronik Österreich
11/15/2019

Zwischen Schnee und Regen: Kärnten erwartet drei Niederschlagswellen

Der Landeskrisenstab tagte. In den nächsten Tagen ist Sturm mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h möglich.

In Kärnten hat am Freitag angesichts der Wetterlage der Landeskrisenstab getagt. Wie Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ) nach der Sitzung vor Journalisten sagte, erwarte man für heute, Freitag, sowie für Sonntag und kommenden Dienstag drei Niederschlagswellen. Dazu komme auch noch Sturm. Kopfzerbrechen bereiten den Einsatzkräften schwankende Schneefallgrenzen. Der Landesverband Kärnten der Österreichischen Wasserrettung hat mittlerweile seine Einsatzkräfte informiert, dass es am Wochenende zu Einsätzen kommen kann. Von ÖWR-Landesleiter Bruno Rassinger wurde eine Rufbereitschaft "light" verfügt, damit im Bedarfsfall rasch reagiert werden kann.

An der Sitzung nahmen Behördenvertreter, Lawinenwarndienst sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Bundesheer und Meteorologen teil. In der Karnischen Region, also an der Südgrenze Kärnten, erwartet man am Freitag in der Zeit von 15.00 bis 22.00 Uhr Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h.

„Der Wind an sich wäre kein Problem, er könnte aber in Kombination mit den schwer mit Schnee beladenen Bäumen eines werden“, sagte Fellner. Insgesamt werde das Wetter aber nicht „so dramatisch wie vergangenes Jahr“ ausfallen, meinte Fellner mit Hinweis auf das Sturmtief Vaia im Oktober 2018: Damals hatte der Sturm ganze Wälder in Kärnten verwüstet, mehrere Flüsse traten über die Ufer.

"Hoffen auf Schnee"

Was Überschwemmungen angeht, so erwartet man dieser Tage, dass vor allem kleinere Flüsse über die Ufer treten könnten, worauf sich die örtlichen Feuerwehren vorbereiten würden. Die persönliche Präferenz des Landesrates lautet daher Schneefall und nicht Regen, weil der bisher gefallene Schnee dadurch nicht unnötig schwerer wird. Die Niederschlagsmenge vorherzusagen ist allerdings schwierig, so Fellner, da die Schneefallgrenze ständig schwanke. Bereits aufgeweichte Böden könnten mit noch mehr Regen zum Problem werden. Und nicht zuletzt hatte das Sturmtief Vaia mancherorts Schutzwälder vernichtet, weshalb Lawinengefahr droht, wie etwa im Lesachtal.

Wie der Katastrophenschutzbeauftragte Markus Hudobnik sagte, seien die Katastrophenschutzzüge der Feuerwehren schon in Alarmbereitschaft. In den Gebieten, in denen es bereits viel geschneit hat, steht ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres im Einsatz.

Er befreit im sogenannten „Downwash-Flug“, also mit dem Abwind des Rotors, Bäume vom Schnee. Laut Fellner sei man auch darauf vorbereitet, kurzfristig Lawinen gezielt absprengen zu können. Und besonderes Augenmerk werde auf Flüsse gelegt, an denen derzeit an Hochwasserschutzbauten gearbeitet wird.

Stromversorgung größtenteils wiederhergestellt

Die Stromversorgung in Osttirol konnte indes noch am Donnerstagabend weitgehend wiederhergestellt werden. Am Freitagnachmittag waren in sieben Gemeinden 33 Trafostationen unversorgt.
Auch in Südtirol kam es aufgrund der anhaltenden Schneefälle zu Störungen bei der Stromversorgung. Freitagnachmittag waren rund 1.220 Haushalte ohne Strom. Eine Reparatur der unterbrochenen Leitungen sei aufgrund des Wetters extrem schwierig, teilte der Stromverteiler Edyna mit.

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