Eine Tote bei Zugskollision in der Steiermark

Niklasdorf Zugsunglück Zugunglück Steiermark © Bild: Holzer Elisabeth

22 Menschen wurden bei dem Unfall in Niklasdorf verletzt.

Zwei Personenzüge sind Montagmittag im obersteirischen Bahnhof Niklasdorf bei Leoben aus noch nicht bekannter Ursache seitlich aneinandergestoßen. Das Rote Kreuz berichtete nach Anlaufen der Rettungskette von zumindest einem Todesopfer sowie 22 verletzten Personen, darunter drei Kinder. Beim Todesopfer handelt es sich um eine Frau. Laut Polizei kam es zwischen den Zügen zu einer sogenannten Flankenkollision.

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STEIERMARK: PERSONENZÜGE ZUSAMMENGESTOSSEN - MINDE

©APA/BFV LEOBEN/SCHÖNAUER

++ HANDOUT ++ STEIERMARK: PERSONENZÜGE ZUSAMMENGES

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++ HANDOUT ++ STEIERMARK: PERSONENZÜGE ZUSAMMENGES

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++ HANDOUT ++ STEIERMARK: PERSONENZÜGE ZUSAMMENGES

Es handelte sich um einen EuroCity mit Kurs von Graz nach Saarbrücken und einen Personen-Nahverkehrszug, vermutlich eine S-Bahn, wie ein ÖBB-Sprecher der APA mitteilte. Die Rettungskette sei angelaufen, die Einsatzkräfte bemühten sich um eine Bergung der Passagiere aus den Zügen.

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Grafik © Bild: Grafik

Lucas Kundigraber vom Roten Kreuz schilderte, dass 19 Rettungs-sowie zwei Notarztfahrzeuge vorerst zum Einsatz alarmiert wurden, 20 weitere Fahrzeuge standen zusätzlich bereit. Die Züge waren gegen 12.45 Uhr kollidiert, eine Garnitur ist dabei auch entgleist.

Bergungsarbeiten abgeschlossen

Die Bergungsarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, wie ÖBB und Feuerwehren am Montagnachmittag mitteilten. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), ÖBB-Chef Andreas Matthä und LH Hermann Schützenhöfer (ÖVP) drückten den Betroffenen ihr Mitgefühl aus.

Drei Feuerwehren mit 42 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen waren im Einsatz, sie bargen die Verletzten aus dem EuroCity (EC216) der Deutschen Bahn von Graz nach Saarbrücken und aus der Regionalzuggarnitur. Die Feuerwehrleute mussten teils hydraulisches Rettungsgerät einsetzen. Rund 60 Personen waren zu bergen, wie die Polizei mitteilte. Laut einem Polizeisprecher hat das Landeskriminalamt Steiermark die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.

ÖBB-Chef Matthä sagte, "in dieser schwierigen Situation sind unsere Gedanken und unser Mitgefühl bei den Betroffenen und deren Angehörigen. Unsere volle Unterstützung gilt den Einsatzkräften, Mitarbeitern und Helfern, welche die Menschen vor Ort versorgen. Wir danken allen für Ihren Einsatz".

Bundeskanzler Kurz twitterte: "Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Todesopfers. Allen Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung", er bedanke sich auch bei allen Einsatzkräften.

Landeshauptmann Schützenhöfer und LHStv. Michael Schickhofer (SPÖ) drückten den Hinterbliebenen des Todesopfers ihre Anteilnahme aus und wünschten den Verletzten rasche Genesung. "Das tragische Zugsunglück in Niklasdorf zeigt, wie wichtig die haupt- und ehrenamtlichen Helfer von Feuerwehr und Rotem Kreuz für unsere Gesellschaft sind", sagte Schützenhöfer.

Zugsunglücke mit schweren Folgen sind in Österreich selten. In zwei Fällen sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre je zwei Menschen ums Leben gekommen, einer dieser Unfälle ereignete sich 2015 in der Steiermark. Relativ häufig kam es zu seitlichen Kollisionen von Zügen, so wie am Montag in Niklasdorf, wo mindestens ein Mensch starb und nach vorläufigen Angaben 15 bis 20 weitere verletzt wurden.

22. Dezember 2017: Nach einer seitlichen Kollision im Bereich des Bahnhofs Kritzendorf bei Klosterneuburg entgleisen ein REX und ein Cityjet, zwei Waggons stürzen um. Zwölf Menschen werden verletzt, vier von ihnen schwer.

15. April 2017: Am Nachmittag des Karsamstag prallt am Bahnhof Wien-Meidling ein Railjet gegen eine leere Zuggarnitur. Neun Menschen erleiden leichte Blessuren.

29. November 2016: Ein Schnellbahnzug prallt in Wien-Penzing gegen fünf mit Holzstämmen beladene Güterwaggons, die sich am Bahnhof Wien-Hütteldorf selbstständig gemacht haben. Acht Menschen werden verletzt.

15. Juli 2015: Im Bahnhof Leopoldau in Wien kollidieren ein Personenzug ohne Passagiere und ein Güterzug seitlich. Beide Lokführer bleiben unverletzt.

6. Mai 2015: Beim Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge der Steiermärkischen Landesbahnen auf einer eingleisigen Strecke zwischen Deutschfeistritz und Übelbach nahe Graz werden zwei Menschen tödlich verletzt.

27. März 2013: In Obereggendorf (Bezirk Wiener Neustadt) kommen zwei Menschen ums Leben, als ein Güterzug auf einen Bauzug prallt.

( Agenturen , and ) Erstellt am 12.02.2018