Ein 34-jähriger Paragleiter verfehlte den Landeplatz und verfing sich in einer Stromleitung. 15 Feuerwehrmänner holten ihn herunter

© FF Fohnsdorf

Flugunfälle
10/27/2013

Zwei Paragleiter-Anfänger in Stromleitungen gestürzt

Hobbysportler verfehlten am Wochenende in der Steiermark und in Tirol ihr Ziel.

von Birgit Seiser

Ein missglücktes Landemanöver endete am Samstag in einer Stromleitung. Ein 34-jähriger Leobner war bei einem ehemaligen Gasthaus in Fohnsdorf im Bezirk Murau in der Steiermark gestartet. Sein Ziel war der Sportplatz „Rote Erde“, den er eigentlich als Landeplatz ausgesucht hatte. Beim Landeanflug bekam der Paragleiter aber unerwartet Abtrieb und verfing sind in der Stromleitung.

Wenige Minuten später eilte ihm die Feuerwehr zu Hilfe. „Der Mann war panisch. Als wir am Einsatzort ankamen, ließen wir sofort den Strom abdrehen. Wir hatten Glück und erreichten schnell die Verantwortlichen. Es dauerte rund 20 Minuten, bis wir den Paragleiter schließlich bergen konnten“, schildert Feuerwehrkommandant Werner Scheucher. Der Paragleiter wurde sofort ins Krankenhaus Knittelfeld eingeliefert und kam glimpflich davon.

Schwer verletzt wurde hingegen eine 24-jährige Urlauberin aus Italien. Die Frau war ebenfalls am Samstag mit ihrem Schirm in Sillian in Osttirol unterwegs. Beim Landeanflug verlor sie die Kontrolle über ihr Fluggerät und landete in einer Hochspannungsleitung. Die Bergung der Flug-Anfängerin dauerte eine Stunde. Danach musste die Frau mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Fluglehrer machtlos

„Zu solchen Unfällen kommt es immer wieder“, sagt Experte Stefan Pölzlbauer. Der Niederösterreicher erklärt die Unfälle so: „Stromleitungen sind aus der Luft sehr schwer zu erkennen. Bei starkem Gegenwind kann es außerdem passieren, dass man in der Luft stehen bleibt und die Kontrolle verliert.“ Gerade Anfänger würden diese Verhältnisse oftmals unterschätzen. Aber auch ein Fluglehrer ist in so einem Fall machtlos: „Oft haben die Lehrer mit den Paragleiter-Anfängern Funkverbindung. Doch wenn der Schüler in so einer Situation ist, dann kann auch der Lehrer nicht mehr helfen.“ Ob die am Samstag verunglückten Paragleiter mit ihren Lehrern in Verbindung standen, ist unklar.

Vier Unfälle im Oktober

Schon am Samstag davor passierten zwei weitere spektakuläre Flug-Unfälle in Tirol. Beide Sportler starteten von der Hohen Salve. Eine 51-jährige Deutsche geriet beim Landeanflug zu tief und krachte gegen ein geparktes Auto. Ein Mann wurde fast zeitgleich von einer Windböe erfasst und gegen einen Steilhang gedrückt. Beide wurden schwer verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden.

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