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Energie-AG-Chef: „Befinden uns mitten in einer klimatischen Zeitenwende“

Leonhard Schitter warnte in der ZiB2 vor den Folgen der anhaltenden Trockenheit und forderte er einen deutlich schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien.
Mann im Anzug mit Brille spricht ernst bei einer Besprechung am Tisch vor Fensterfront.

Fehlender Niederschlag und hohe Temperaturen sorgen derzeit für historisch niedrige Pegelstände an der Donau. In Osteuropa mussten zuletzt sogar Kraftwerke aufgrund des Wassermangels abgeschaltet werden, auch die Stromproduktion in Österreich ging signifikant zurück.

Am Sonntag-Abend war dazu Leonhard Schitter, Chef der Energie AG Oberösterreich, zu Gast in der Zib2.

Man sei heuer „beim schlechtesten Jahr in der Unternehmensgeschichte angelangt“, so Schitter mit Blick auf die Stromproduktion aus Wasserkraft. Die Versorgungssicherheit habe man dennoch „zu 100 Prozent“ aufrechterhalten. Die Hitzeperiode zeige aber „sehr dramatisch, wie sich der fortschreitende Klimawandel auf Mensch und auf Natur auswirkt“.

Schitter weiter: Bei aller Dramatik konnten wir allerdings die Versorgungssicherheit zu 100 Prozent aufrechterhalten, aber was wir natürlich sehr klar sehen ist, wir befinden uns mitten in einer klimatischen Zeitenwende.“

Ausbau der Erneuerbaren

Österreich müsse deshalb den Ausbau anderer Energiequellen forcieren. Derzeit kämen rund zwei Drittel der erneuerbaren Stromproduktion aus Wasserkraft. Die Energie AG investiere daher unter anderem in Windkraft, Photovoltaik und Pumpspeicher. Schitter verwies auf das Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee als „die grüne Batterie in Österreich“.

Zugleich kritisierte er lange Genehmigungsverfahren. „Wir müssen viel schneller werden, kein Thema“, sagte der Energie-AG-Chef. Die Behörden bräuchten dafür mehr Personal. Beim Strombedarf rechnet Schitter bis 2040 mit einer Verdoppelung: „Das heißt nichts anderes, dass wir bis 2040 jene Strommenge zubauen müssen, die wir in den vergangenen 140 Jahren gebaut haben, nämlich seit das erste Kraftwerk ans Netz gegangen ist.“

Google-Rechenzentrum

Auch das geplante Google-Datencenter in Kronstorf werde den Strombedarf stark erhöhen. Kritik an solchen Projekten wies Schitter zurück. „Wer KI jetzt schon verwendet und wer es in Zukunft noch mehr verwenden will, und das wollen wir ja alle, dann muss man auch Ja sagen zu diesen KI-Rechenzentren.“

Den zusätzlichen Bedarf werde Österreich laut Schitter nicht allein decken können. Ein Teil werde über den europäischen Strombinnenmarkt und Importe abgedeckt werden müssen.

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