Zoe und Fanny aus Kittsee:  Dass es nun eine Stunde früher dunkel wird, gefällt ihnen gar nicht.

© /Natascha Marakovits

Zeitumstellung
10/26/2014

Mini-Jetlag am Frühstückstisch

Heute Nacht wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Kinder und Senioren leiden darunter.

von Natascha Marakovits

Sonntage sind zum Ausschlafen da. Heute ganz besonders, denn um 3 Uhr wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Angenehmer Nebeneffekt: Durch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit hat sich in den heutigen Sonntag eine 25. Stunde eingeschlichen.

Seit 1980 wird zwei Mal im Jahr – im Oktober und März – an der Uhr gedreht. Doch dabei wird nicht nur an den Zeigern gedreht, auch die biologische Uhr kann verrücktspielen. So zeigt eine schwedische Studie, dass in den Tagen nach der Zeitumstellung mehr Menschen einen Herzinfarkt erleiden. Doch es muss nicht gleich ein Infarkt sein. Schlafstörungen und Müdigkeit sind die häufigsten Beschwerden, die nach der Zeitumstellung auftreten. Besonders damit zu kämpfen haben Senioren und Kinder.

Betreuungsbedarf steigt

Dass ältere Personen Probleme mit der Zeitumstellung haben, weiß Claudia Kroboth, stellvertretende Pflegedienstleiterin im Seniorenwohn- und Pflegeheim Güssing. "Alte Menschen haben ihre Rituale. Vor allem der Schlafrhythmus wird durch die Umstellung komplett durcheinandergebracht. Die Bewohner hängen den ganzen Tag lustlos da, sind müde und haben keinen Appetit", erzählt Kroboth. Außerdem müsse man ihnen immer wieder erklären, dass die Zeit umgestellt wurde. "Viele wollen trotzdem ihr Frühstück zur gewohnten Zeit, obwohl es nicht Zeit dafür ist. Oder sie wandern zur frühen Stunden im Haus umher. Wir müssen uns viel mehr um sie kümmern."

Einer, dem die Umstellung besonders zu schaffen macht, ist Karl Fassl. "Ich brauche zwei Monate, bis ich mich an die Umstellung gewöhne. Probleme habe ich vor allem mit den Medikamente, die ich immer zur selben Zeit nehmen soll. Da kann es passieren, dass ich sie einfach vergesse", erzählt der 87-Jährige. Auch für Gisela Schuch bedeutet es eine Belastung. "Es ist jedes Mal eine Umstellung."

Rhythmus beibehalten

"Uhren kann man umstellen, Kinder nicht", sagt Manuela Laszlo alias Pippi Paprika. Die Pädagogin, die eine Praxis in Wulkaprodersdorf betreibt, kennt die Probleme, die bei Babys und Kleinkindern nach der Zeitumstellung auftreten.

"Der Tag-Nacht-Rhythmus, den Kinder ab dem 6. Lebensmonat entwickeln, wird gestört. Oftmals treten Ein- oder Durchschlafprobleme auf, mitunter sogar Verdauungsprobleme, und die letzte Stunde vorm Einschlafen kann zur Zerreißprobe für Eltern werden."

Dementsprechend macht sich die Zeitumstellung in Kindergärten bemerkbar. "Wir merken die Umstellung, es ist für uns alle unangenehm, und ich finde das Ganze unnötig", sagt Klara Wenth, Leiterin des Kindergartens Kittsee.

Um die Kleinen morgens leichter aus dem Bett zu bekommen, rät Pädagogin Manuela Laszlo: "Morgens die Zimmer mit Licht füllen und: durchhalten!" Denn nach einigen Tagen sollte der Mini-Jetlag verschwunden sein.

Bilder: So überstehen Sie die Umstellung

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