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Chronik Österreich
08/18/2021

Zehn Festnahmen bei Operation Grasgeflüster

Betreiber von legalen Shops in der Steiermark sollen auch illegale Hanfkreuzungen verkauft haben.

von Elisabeth Holzer

„Einfach nachzuweisen ist das nicht“, sagt Karoline Gruber, eine der führenden Ermittlerinnen gegen mehrere steirische Hanfshops: In den Geschäften, die legal mit Hanfpflanzen mit niedrigem THC-Gehalt handeln dürfen, sollen auch Kreuzungen und Stecklinge verkauft worden sein, die wiederum höhere Werte aufwiesen also berauschend wirken können. Auch Zubehör für die Cannabis-Produktion sollen die Verdächtigen vertrieben haben.

Die Ermittlungen der Polizei waren langwierig und begannen schon im Jahr 2018. Im Frühsommer dieses Jahres sowie bereits 2019 und 2020 gab es drei Razzien in vier Shops sowie bei drei Herstellern von CBD-Blüten in den steirischen Bezirken Murtal, Bruck-Mürzzuschlag, Hartberg-Fürstenfeld, Voitsberg und Weiz, wie die Polizei erst am Mittwoch bekannt gab: Bei 159 Hausdurchsuchungen – unter anderem auch bei Abnehmern – im Rahmen der „Operation Grasgeflüster reloaded“ wurden insgesamt zehn Verdächtige festgenommen, neun Österreicher und ein Deutscher.

Die Verdächtigen sollen „nicht nur Nutzhanfsorten“ vertrieben haben, sondern auch eigene Kreuzungen: Zuweilen war auch der THC-Gehalt dieser neuen Züchtungen zwar niedrig, aber dennoch „ist das verboten“, mahnt Kriminalistin Gruber.

Immer mehr Eigenbau

Auf die Spur der Verdächtigen kam die Polizei, weil es in den Bezirken immer mehr Cannabis der Marke Eigenbau gab. In einigen Fällen wurden professionelle Cannabis-Anlagen in Wohnungen gefunden. Deren Besitzer gaben schließlich Hinweise, woher sie die Pflanzen, die Gerätschaften, aber auch das Wissen im Umgang mit den Pflanzen bezogen hätten. Laut Polizei sollen so in den vergangenen drei Jahren bis zu 170 Kilogramm Cannabis hergestellt worden sein.

Die zehn festgenommen Verdächtigen sind zwischen 26 und 36 Jahre alt, zwei von ihnen einschlägig vorbestraft. Ermittelt wurde auch gegen 140 Kunden.

 

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