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Interview
03/22/2021

Neuer SPÖ-Chef: „Werden nicht singend durch Klagenfurt ziehen“

Philip Kucher übernimmt die SPÖ Klagenfurt. Im KURIER-Interview verrät er seine Pläne und was er vom Team Kärnten hält.

von Anja Kröll

Der 39-jährige Philip Kucher hat nach der Wahlniederlage von Maria-Luise Mathiaschitz die Bezirksparteileitung der SPÖ Klagenfurt übernommen. Diese Woche beginnen die Gespräche über eine mögliche Koalition mit dem Team Kärnten.

KURIER: Wie würden Sie einem Wiener Klagenfurt in drei Worten beschreiben?

Philip Kucher: Heimkommen, Lebensqualität, Wörthersee.

Ihre Übernahme der SPÖ Bezirksparteileitung Klagenfurt ist ein Zeichen für eine junge, bürgernahe, rote Generation. Wäre dieser Schwenk nicht vor der Wahlniederlage nötig gewesen?

Gerade in der Kommunalpolitik geht es um Themen, die das tägliche Leben der Menschen berühren. Klagenfurt ist, wie es die SPÖ vor sechs Jahren übernommen hat, finanziell nicht gut dagestanden. Das Budget und die Magistratsstrukturen sind notwendig, aber nach außen schwer vermittelbar.

Wie beurteilen Sie die Arbeit ihrer Vorgängerin Maria-Luise Mathiaschitz?

Sie war immer pragmatisch und hemdsärmelig. Das war notwendig und ihre Stärke. Aber dadurch wurde auch ein Bild von ihr in der Öffentlichkeit gezeichnet, dass sie als brutal und als Drüberfahrerin charakterisiert hat. So ist ein Image entstanden, das viel zum Wahlausgang beigetragen hat. Mathiaschitz hat von ihrem Vorgänger eine dramatische Budgetsituation übernommen. Das wieder auszugleichen, war nicht populär. Aber Bürgernähe entsteht nicht nur dadurch, dass ein Bürgermeister mit Humptata und singend durch die Stadt zieht.

Sie sprechen Christian Scheider an, alter und neuer Bürgermeister Klagenfurts. Ist eine Koalition zwischen ihnen und dem Team Kärnten unter diesen Vorzeichen überhaupt denkbar?

Anfang dieser Woche wird es zu ersten Gesprächen kommen. Wir haben immer gesagt, wir reden mit allen, über die Parteigrenzen. Aber es gibt Grundwerte. Und wir werden nicht mit dem Team Kärnten die kommenden sechs Jahre singend durch Klagenfurt ziehen.

Wo soll es mit der SPÖ Klagenfurt unter ihrer Führung hingehen?

Ich weiß um die große Verantwortung. Wir werden in der Partei nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern überlegen, wie wir moderner, offener, bodenständiger werden können. Und: Wo die SPÖ nicht so aufgestellt ist, wie erwartet.

Sie bleiben Nationalratsabgeordneter. Das hat Kritik ausgelöst. Ihre Antwort?

Man kann es auch als Lob sehen, wenn gewünscht wird, dass ich mich noch aktiver einbringe. Aber Klagenfurt ist eine 100-prozentige Herzensangelegenheit für mich.

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