Wintereinbruch sorgt für Stromausfälle, Lawinen und hunderte Einsätze
Der Wintereinbruch mit massiven Schneemengen hat in Ost- und Südösterreich zu massiven Behinderungen geführt. In der Steiermark verzeichneten die Feuerwehren mit insgesamt 1.736 Wintereinsätzen den einsatzstärksten Tag seit 15 Jahren.
Zahlreiche Straßen im Burgenland waren am Samstag weiterhin gesperrt, teilte das Landesmedienservice am Samstag in einer Aussendung mit.
Los ging der Einsatzreigen in der Steiermark bereits in der Nacht auf Freitag, bilanzierte der Landesfeuerwehrverband. Bis 17.00 Uhr wurden steiermarkweit insgesamt 1.736 Einsätze erfasst. 461 Feuerwehren mit rund 4.000 Feuerwehrleuten sind im Laufe des Tages im Einsatz gestanden: "Damit ist der 20. Februar 2026 der mit Abstand einsatzreichste Tag seit Inbetriebnahme der Landesleitzentrale im Mai 2011", so ein Feuerwehr-Sprecher. Zum Vergleich: Am 4. August 2023 wurden beim Hochwasser in der Süd- und Südoststeiermark 1.348 Einsätze verzeichnet.
5.000 Haushalte ohne Strom
Der Schwerpunkt lag in den Feuerwehrbereichen Graz-Umgebung, Leibnitz, Feldbach, Deutschlandsberg, Radkersburg, Fürstenfeld, Hartberg und Weiz sowie Leoben und Voitsberg. Vor allem Pkw- und Lkw-Bergungen, umgestürzte Bäume, Schneebruch sowie herabhängende Strom- und Telefonleitungen sorgten für Einsätze. Immer wieder gab es neue Alarmierungen.
Steiermarkweit waren am Samstagvormittag noch 5.000 Haushalte ohne Strom, sagte Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark, auf APA-Anfrage. Die meisten Schadenspunkte waren am Samstag aber erreichbar, die Arbeiten liefen seit den frühen Morgenstunden auf Hochtouren. Bei der Energie Steiermark geht man davon aus, dass der Großteil der Haushalte im Laufe des Tages wieder versorgt werden. Auch wenn nur provisorisch: "Denn die eigentlichen Reparaturarbeiten werden noch Tage dauern."
Leichte Entwarnung im Nordburgenland
Die meisten Straßen im Burgenland werden voraussichtlich im Lauf des heutigen Tages wieder freigegeben, hieß es. Einige Sperren müssen jedoch bis Sonntag aufrecht bleiben. Die Situation aufgrund des Wintereinbruchs im Burgenland habe sich "leicht entspannt", wurde betont.
Aufgrund von Schneeverwehungen, Aufräumarbeiten und möglichem Schneebruch bei Bäumen bleiben zahlreiche Verbindungen aber noch gesperrt. Der Schwerpunkt liegt auf dem Süden des Landes.
Für das Nordburgenland kann laut der Mitteilung leichte Entwarnung gegeben werden. Die Schneekettenpflicht im Nord- und Mittelburgenland wurde aufgehoben. 73 Räumfahrzeuge und rund 300 Personen des Bau und Betrieb Burgenland (BBB) waren seit Donnerstagnachmittag im Schichtbetrieb im Einsatz, um die Straßen befahrbar zu halten. Weitere 100 Personen unterstützen bei der Beseitigung von unter der Schneelast umgestürzten Bäumen.
850 Feuerwehreinsätze im Burgenland
Die Feuerwehren im Burgenland haben insgesamt 850 Einsätze absolviert. Das teilte der Landesfeuerwehrverband in der Nacht auf Samstag mit. 226 Feuerwehren mit rund 2.900 Mitgliedern waren seit Freitagfrüh unterwegs. Betroffen waren sämtliche Landesteile. Der Schwerpunkt der Einsätze lag laut der Aussendung zunächst im Südburgenland. Dort mussten zahlreiche umgestürzte Bäume entfernt und blockierte Verkehrswege freigemacht werden. Im Laufe des Vormittags weitete sich das Einsatzgeschehen auch auf die nördlichen Landesteile aus.
Hier standen vor allem Fahrzeugbergungen im Mittelpunkt, teilte man mit. Pkw, Lkw sowie Schul- und Linienbusse und auch Räumfahrzeuge blieben auf schneeglatten Fahrbahnen stecken oder kamen von der Straße ab. Die Feuerwehren unterstützen auch Energieversorger bei Sicherungsmaßnahmen, da es zu lokalen Stromausfällen gekommen war. Betroffen waren hier Teile der Bezirke Güssing und Jennersdorf. Bäume und Äste hatten dort Leitungen beschädigt. Landesfeuerwehrkommandant Franz Kropf dankte den Einsatzkräften: "Unsere Feuerwehren waren wieder unter schwierigsten Bedingungen innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit und haben rasch sowie professionell gehandelt."
Stromausfälle weiterhin auch im Burgenland
Die Stromversorgung in der betroffenen Region im Südburgenland konnte noch nicht zur Gänze wiederhergestellt werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien seit den frühen Morgenstunden im Einsatz, teilte ein Sprecher der APA mit. Nachstürzende Bäume hätten in der Nacht dazu geführt, dass es auch zu neuen Stromausfällen gekommen ist.
Am Vormittag waren rund 4.000 Haushalte in den Bezirken Jennersdorf und Güssing weiter nicht versorgt. Die aktuell gute Wetterlage ermögliche es aber nun, zu den Störungsstellen zu gelangen, hieß es. Die Arbeiten dürften jedoch noch mehrere Stunden dauern. Unterstützt werden die Reparaturen von lokalen Feuerwehren, die umgestürzte Bäume aus den Leitungen entfernen.
"Wenn die Witterung so bleibt und die Arbeiten wie aktuell im Einsatzplan vorgesehen weiter so gut vorangehen, erwarten wir, dass im Laufe des heutigen Tages wieder alle Haushalte im Burgenland mit dem Stromnetz verbunden sind", zeigte sich der Sprecher zuversichtlich.
Hohe Lawinengefahr im Westen
In Vorarlberg wurde vor hoher Lawinengefahr gewarnt. Im Süden des Bundeslandes und hier vor allem oberhalb der Waldgrenze herrschte Lawinenwarnstufe vier auf der fünfteiligen Skala: "Lawinen können an allen Expositionen leicht von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und groß werden. Gefahrenstellen sind zahlreich und befinden sich auch im Bereich der Waldgrenze. Für Aktivitäten abseits gesicherter Bereiche sind die Verhältnisse sehr gefährlich", so der Lawinenwarndienst.
Flugbetrieb am Samstag normalisiert
Der Flugbetrieb am Flughafen Wien in Schwechat - der am Freitag vorübergehend völlig eingestellt werden musste - hat sich inzwischen wieder normalisiert. Der Betrieb laufe inzwischen wieder wie geplant, teilten die Austrian Airlines am Samstag mit. Insgesamt mussten rund 220 geplante AUA-Flüge gestrichen werden. Langstreckenverbindungen wurden auf umliegende Flughäfen umgeleitet.
Rund 28.000 Passagiere waren von der Situation betroffen. Diese wurden laut Austrian Airlines informiert bzw. umgebucht. Fluggäste werden vorsorglich dennoch gebeten, ihren Flugstatus für heutige Flugverbindungen zu prüfen, hieß es.
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