Tesla S 70D bringt mehr Reichweite und Allrad

© Tesla

E-Autos auf Busspur
07/31/2015

Wie zu viele Elektroautos zum Problem werden können

Was in Österreich diskutiert wird, hat Norwegen bereits gemacht – Boni für E-Autos. Doch nun kocht die Volksseele.

von Dominik Schreiber

Auf den ersten Blick könnte man Norwegen als Musterland in Sachen Elektrofahrzeuge ansehen: 55.000 dieser Autos gibt es bereits, jeder vierte heuer neu zugelassene Wagen fährt mit (kostenlosem) Strom aus Wasserkraft. Nur in Kalifornien sind ähnlich viele dieser Fahrzeuge unterwegs. Wer auf Benzin verzichtet, hat viele Vorteile in dem skandinavischen Land: Keine Kosten für die Fähren, keine KfZ-Steuer, keine Mautkosten, eigene Parkplätze und man kann die Busspur befahren.

Luxus statt Masse

Der Boom ist bereits so groß, dass alle Ziele für die kommenden Jahre längst erreicht oder sogar übertroffen sind. Doch so richtig glücklich ist mit dem Boom längst niemand mehr, berichtet Egil Otter vom norwegischen Automobilclub NAF, der nun eine Studie erstellt hat. Denn die E-Welle erfasste nicht, wie erwartet, alle Bevölkerungsschichten. Das meistverkaufte Fahrzeuge ist der relativ luxuriöse Tesla, der aussieht wie ein Jaguar. Mit diesem Gefährt fahren nun die reichsten Norweger auf der Busspur, die deshalb die elitäre "Cremespur" genannt wird. In den Bussen reagiert der Ärger, weil die oberen 10.000 die Busspuren verstopfen und die besten Parkplätze haben. Die norwegische Regierung plant nun schon an einem radikalen Kurswechsel.

Auch in Österreich hat zuletzt Umweltminister Andrä Rupprechter eine Freigabe der Busspuren für die Elektrofahrzeuge gefordert. "Während in Norwegen bereits zwei Prozent der Fahrzeuge elektrisch betrieben sind, sind es in Österreich nämlich gerade erst 0,07", berichtet ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brugger-Brandau. Der Club spreche sich aber gegen zu viele Vergünstigungen aus und verweist auf Norwegen als abschreckendes Beispiel dafür.

Wenig Zukunft?

Tatsächlich sind viele Vorbehalte bei den Elektrofahrzeugen bis heute ohnehin nicht restlos ausgeräumt. So ist etwas vollkommen offen wie es mit dem Wiederverkaufswert ausschaut, denn mit einer neuen Batteriegeneration können die bisherigen Autos rasch zum alten Eisen gehören. Dazu haben die Akkus nur eine begrenzte Lebensdauer und sind von chinesischen Rohstoffen abhängig. Dass die E-Autos tatsächlich die Zukunft sind, glauben nur noch wenige Experten.

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