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Chronik Österreich
01/04/2019

Wetterwarnung fürs Wochenende: Bis zu einem Meter Neuschnee

Lawinengefahr dürfte sich weiter verschärfen. Probleme im Rückreiseverkehr zu erwarten.

Der Alpenraum liegt seit mehreren Tagen unter dem Einfluss einer nördlichen Höhenströmung. Am Freitag erfasst dabei aus Nordwesten die Warmfront des Skandinavientiefs André Österreich, weshalb es wieder verbreitet zu schneien beginnt. Laut den Experten von UBIMET steht der Höhepunkt des Ereignisses von Samstag auf Sonntag an, dann schneit es in den Nordalpen anhaltend und ergiebig. Gebietsweise kommt hier ein Meter Neuschnee in nur 24 Stunden zusammen. Durch die Schneemassen ist mit massiven Verkehrsbehinderungen und Straßensperren zu rechnen, zudem nimmt die ohnehin schon angespannte Lawinenlage weiter zu.

Europa liegt seit Ende Dezember unter dem Einfluss einer blockierten Wetterlage: „Ein umfangreiches Hochdruckgebiet über den Britischen Inseln hält atlantische Tiefdruckgebiete mit milder Luft von Mitteleuropa fern“, erklärt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer, „Somit gelangen derzeit ungehindert feuchtkalte Luftmassen aus Nordeuropa in den Alpenraum“. In den Staulagen vom Arlberg bis zum Dachsteingebiet kommt am Wochenende selbst in den Tälern bis zu 1 Meter Neuschnee dazu, auf den Bergen sogar bis zu 2 Meter. Aufgrund des starken bis stürmischen Nordwinds gibt es dort massive Schneeverfrachtungen, somit herrscht gebietsweise bereits jetzt große Lawinengefahr.

Warmfront bringt Starkschneefall

Am Freitag wird der Schneefall an der Alpennordseite wieder stärker und mit Ankunft einer Warmfront greift dieser in den Abendstunden auch auf den Osten über. Auch in Wien muss man am Abend und in der Nacht also vorübergehend mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Am Samstag wird der Schneefall im Bergland zunehmend intensiv, im Osten und später auch im westlichen Donauraum steigt die Schneefallgrenze bei starkem bis stürmischem Westwind allerdings gegen 500 m an. Auch am Sonntag schneit es im Bergland zunächst kräftig, im Tagesverlauf lässt die Intensität aber langsam nach. „In Summe schneit es vom Arlberggebiet bis zur nördlichen Obersteiermark ergiebig“, fasst Spatzierer zusammen. „Hier kommen in den Tälern verbreitet 40 bis 70 cm Neuschnee hinzu, in typischen Nordstaugebieten auch ein Meter frischer Pulverschnee.“

Auf den Bergen weht stets starker bis stürmischer Nordwind, somit gibt es hier teils erhebliche Schneeverwehungen. Derzeit herrscht auf den Bergen Salzburgs und der nördlichen Obersteiermark bereits große Lawinengefahr (Stufe 4 auf der fünfteiligen Gefahrenskala). „Die Kombination aus Neuschneemassen und Wind verschärft die Lawinengefahr zusätzlich“, so der Meteorologe, „Am Wochenende drohen sogar sehr große Lawinen, weshalb in den Bergen mit zahlreichen Straßensperren zu rechnen ist“.

Sonne nur im Süden

Auch im Flachland von Nord- und Ostösterreich kann es am Wochenende zeitweise schneien, in tiefen Lagen auch regnen. Kaum Niederschläge bringt das Wochenende im Süden Österreichs, hier kann sich auch länger die Sonne zeigen, berichtet die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). 

Durch den Neuschnee und die Rückreisewelle am Ende der Weihnachtsferien muss man auch mit Problemen auf den Straßen und Bahnlinien rechnen. Das betrifft die Verbindungen zu vielen Skigebieten, aber auch Hauptverkehrsadern, wie die Tauernautobahn (A10), Teile der Westautobahn (A1) und die Außenring-Autobahn (A21). Durch den Wind sind Schneeverwehungen möglich und der in tiefen Lagen teils nasse und somit schwere Schnee kann Bäume zum Umstürzen bringen.

Was die aktuellen Schneehöhen betrifft, so hatte Freitagfrüh die Messtation Rudolfshütte-Alpinzentrum (2.317Meter) mit 208 Zentimetern die Nase vorne. Dahinter folgten mit 199 bzw. 198 cm der Pitztaler Gletscher und Galzig, beide in Tirol. Am meisten Neuschnee in den vergangenen 24 Stunden wurde mit jeweils 18 Zentimetern beim Rudolfshütte-Alpinzentrum sowie in St. Veit im Pongau registriert.

Prognose

Kommende Woche verbleiben wir im Einflussbereich einer nördlichen Höhenströmung, somit ist weiterer Neuschnee in Sicht. Aus heutiger Sicht fallen die Mengen aber nicht mehr ganz so ergiebig aus, somit zeichnet sich eine langsame Entspannung ab, so die Prognose von UBIMET.

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