Viele verfaulte Weintrauben: Winzer Christian Gruber macht sich ein Bild von den Hagelschäden in seinem Weingarten in Röschitz, NÖ.

© KURIER/Jürgen Zahrl

Wetter
09/11/2014

Wetter-Kapriolen zerstören Weinernte

In Wien soll es zwei Tage durchregnen. In den Ländern drohen Muren und Hochwasser. Die Winzer leiden.

von Michael Berger, Jürgen Zahrl

Zwei massive Regenzellen werden Wien am Freitag und am Samstag in die feuchteste Stadt des Landes verwandeln. Die prognostizierte Starkregen-Front dreht sich vom Neusiedler See über den Alpennordrand bis nach Salzburg. Zu den Niederschlagsmengen von 50 bis punktuell maximal 100 Liter/Quadratmeter gesellen sich im Nordosten heftige Gewitter. Die Höchstwerte pendeln sich zwischen 15 und maximal 20 Grad ein.

"Am Wochenende muss im Salzkammergut, im Mariazellerland und der Eisenwurzen verstärkt mit Murenabgängen gerechnet werden, lokale Überschwemmungen inklusive. Ein flächendeckendes Hochwasser ist aber nicht zu erwarten", erklärt Martin Puchegger vom Wetterdienst Ubimet.

Abseits des völlig verregneten Septembers war bereits der August der trübste seit 2006. In Wien gab es gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent mehr Niederschlag, dafür um 14 Prozent weniger Sonnenstunden. In NÖ etwa regnete es um 40 Prozent mehr als 2013. Unter dieser nasskalten Witterung leiden aktuell speziell die Winzer.

Weinbau-Experte Josef Glatt von der Landwirtschaftskammer erklärt: "Vor allem die Fäulnis der Reben ist ein Problem. Die Ernte-Prognose von 2,5 Millionen Hektoliter wird bei weiteren Regengüssen nicht halten."

Kampf um jede Rebe

Hart trifft es die Winzer rund um Röschitz, Bezirk Horn, NÖ. Weil Hagelschauer wenige Wochen vor der Weinlese einen Großteil der Ernte zerstört hat, ist Regen das, was die Weinbauern als Letztes brauchen können. Die Hälfte der beschädigten Trauben sind mittlerweile verfault. 80 Prozent der Anbauflächen im Bezirk sind davon betroffen.

Jetzt versuchen die Winzer zu retten, was zu retten ist. Mithilfe von Fruchtkalk will man das Verfaulen der Beeren verhindern. "Bei uns sind alle Weingärten betroffen. Beim Grünen Veltliner kommen wir mit einem blauen Auge davon", sagt Christian Gruber, Geschäftsführer der "Ewald Gruber Wein GmbH" in Röschitz. Ärgerlich ist, dass die Trauben fast erntereif waren. "Wir sind versichert. Aber wer keine Weine liefert, ist bei den Händlern ersetzbar", sagt Gruber. Karl Ruttenstock, Obmann des Bezirkweinbau-Verbands Eggenburg, hofft, dass bald die Sonne kommt, um zumindest die Resternte zu retten.

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