Chronik Österreich
12/20/2018

„Wer ist ein echter Bauer?“

Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ, über sein Amt und den Rückzug als Weinbaupräsident.

von Martin Gebhart

Gewählt wurde er bereits Anfang Dezember, die offizielle Hofübergabe hat aber erst am Montag im „Haus der Landwirtschaft“ in St. Pölten stattgefunden: Der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Johannes Schmuckenschlager hat Hermann Schultes als Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ abgelöst. Der Klosterneuburger Weinbauer will nun als oberster Kammervertreter für die Bauern in NÖ neue Akzente setzen, wie er in der KURIER-Serie „Warum eigentlich..?“ auf SchauTV erklärte.

Für ihn ist der Kammerpräsident des flächenstärksten Bundeslandes eine „wichtige Position in der österreichischen Politik“. Der Skepsis, die ihm als Weinbauer etwa von den kleineren Viehbauern entgegengebracht wird, begegnet Schmuckenschlager so: „Es ist immer die Frage, wer ein echter Bauer ist. Ist man das erst mit Viehbestand? Wir sehen schon seit Jahren, dass wir in den einzelnen landwirtschaftlichen Sparten und Bereichen eine sehr hohe Spezialisierung haben. Und dass wir es auch auf Funktionärsebene nicht zusammenbringen werden, einen Universalisten aufzustellen.“ Seine Schlussfolgerung: „Der Anspruch, die Landwirtschaft zu vertreten, darf nicht mit der fachlichen Sparte enden. Da müssen wir einen Schulterschluss finden. Wesentlich ist, auf die Anliegen einzugehen, diese auch zu verstehen und das entsprechend umzusetzen. Dann ist diese fachspezifische Frage auch schnell ausgeräumt.“

Neuer Weinbaupräsident

Um sich auf diese Funktion voll konzentrieren zu können, wird Schmuckenschlager auch das Amt des österreichischen Weinbaupräsidenten zurücklegen. „Das Amt lege ich zurück, weil alles zusammen zeitlich zu intensiv wäre. Außerdem will ich eine gewisse Neutralität quer über die Sparten repräsentieren.“

Was er natürlich behält, ist sein ÖVP-Mandat im Nationalrat. Für Schmuckenschlager war das auch ein entscheidender Punkt, warum die Wahl letztendlich auf ihn gefallen sei: „Es geht darum, dass wir nicht eine Interessenspolitik machen, die isoliert nur innerhalb der eigenen Gruppe diskutiert wird, sondern dass man über die politische Funktion auch in der gesetzgebenden Körperschaft, im Nationalrat, die Anliegen einbringen und den wichtigen Wert der Agrarpolitik als Gesellschaftspolitik transportieren kann. Ich hoffe, dass ich hier als Brückenbauer agieren kann.“

Schmuckenschlager will natürlich neue Akzente setzen: In einem geänderten Landwirtschaftskammergesetz sollen die Hürden für den Einzug in die Kammer kleiner werden. Derzeit etwa sind in NÖ die SPÖ-Bauern nicht vertreten. Und er will noch transparenter machen, wie die landwirtschaftliche Arbeit funktioniert.

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