Chronik | Österreich
16.06.2018

Wer im Park erwischt wird, zahlt

Weil Passanten die Sperrzonen nach dem Unwetter mit Orkan in Graz ignorieren, wird die Behörde nun strafen.

„Wir müssen die Menschen vor sich selbst schützen“, sagt Wolfgang Hübel, Leiter des Grazer Sicherheitsmanagements, und seufzt: Weil Erklärungen oder Ermahnungen nicht reichen, werden Passanten in den Sperrgebieten Stadtpark und Schlossberg ab sofort angezeigt.

Somit drohen jenen Menschen Geldstrafen, die auf den gesperrten Wegen erwischt werden. Das seien leider gar nicht so wenige, bedauert Hübel. Schon seit Mittwochfrüh ertappen Ordnungswache und Polizei immer wieder Menschen, die in den zur Gefahrenzone erklärten Parks unterwegs waren. „Wir haben bisher an die Leute appelliert, dass sie ihren Hausverstand einsetzen. Aber das genügt offensichtlich nicht.“

Der Orkan Dienstagabend fällte im gesamten Stadtgebiet Hunderte Bäume, besonders betroffen waren aber Stadtpark, Schlossberg sowie Hilmteich und Rosenhain. Im Stadtpark starb ein 26-Jähriger, er wurde von einer 40 Meter hohen Fichte erschlagen. Weil an die 1000 Bäume im Park auch jetzt noch brechen könnten, gilt das Gelände als unsicher. In der Nacht zum Mittwoch verordnete der Magistrat eine Sperre. Das gilt auch für den bewaldeten Schlossberg, dessen Gastronomie am Plateau seit Donnerstag wieder mit der Standseilbahn erreichbar ist. Darüber hinaus herrscht Betretungsverbot.

Streifen unterwegs

Doch alle Mahnungen fruchteten nicht. „Wir haben gesehen, dass Leute einfach durchgehen. Da waren auch Kinder hinter der Absperrung“, beschreibt Hübel. Seit Freitag sind tagsüber sechs Streifen der Ordnungswache unterwegs, um die Parks zu kontrollieren. Nachts übernimmt die Polizei. Das Verbot zu ignorieren kann ins Geld gehen: „Einen Hunderter wird’s schon kosten“, sinniert Hübel. Bis zu 3600 Euro Strafe drohen im Höchstfall.

Die Zeit drängt außerdem. In knapp einer Woche werden 15.000 Menschen im Stadtpark erwartet: Bischof Wilhelm Krautwaschl zelebriert auf der Passamatswiese einen Gottesdienst zur 800-Jahr-Feier der Diözese Graz-Seckau. Doch die kann dort nur stattfinden, wenn der Park wieder als sicher eingestuft wird.