Sicherheitskräfte untersuchen den Mont-Blanc-Tunnel nach der Brandkatastrophe 1999

© APA/AFP/PHILIPPE DESMAZES

Chronik | Österreich
04/29/2019

Wenn Tunnel zur tödlichen Falle werden

Im Gleinalmtunnel, der jetzt zweiröhrig ausgebaut wird, häuften sich die Unfälle.

Am 24. März 1999 ereignete sich im französisch-italienischen Mont-Blanc-Tunnel mit 39 Toten die bisher größte Unfall-Katastrophe in einem Tunnel. Eine weggeworfene Zigarette hatte den Luftfilter eines Volvo-Lkw und dessen Margarine-Ladung in Brand gesetzt. Der Tunnel musste nach dem Unglück drei Jahre gesperrt werden. Damals hieß es: In Österreich kann das nicht passieren – leider kam es anders. Am 29. Mai 1999 kurz vor 5 Uhr früh im Tauerntunnel zu einer Katastrophe. Ein eingenickter Lkw-Lenker fuhr mit seinem Schwerfahrzeug auf eine Pkw-Kolonne auf, die vor einer Baustellenampel wartete. 16 Lkw und 24 Pkw brannten aus, zwölf Menschen starben.

Am 13. März 2012 prallte im Sierre-Tunnel im Schweizer Wallis ein belgischer Reisebus gegen die Wand, 28 Menschen kamen ums Leben.

Zu Unfällen in Tunnels kommt es auch in Österreich häufiger, als man glaubt.

Anfang August 2001 wurden im Gleinalmtunnel auf der Pyhrnautobahn fünf Personen getötet. Zwei Fahrzeuge waren mitten im Tunnel gegeneinandergeprallt.

Im August 2016 war ein Campingfahrzeug im Gleinalmtunnel in Brand geraten und hat die Betondecke massiv beschädigt.

Am 28. März 2018 krachte ein Pkw im Bartl-Kreuz-Tunnel auf der Salzkammergut Bundesstraße gegen einen Lkw. Der Pkw-Lenker starb.

Am 23. April 2018 prallte ein Pkw mit drei Insassen im Tunnel Flachau gegen die Wand. Es entstand ein Totalschaden am Pkw.

Am 5. Oktober 2018 fing ein Schwertransporter im Gleinalmtunnel Feuer. 81 Personen mussten gerettet werden. Der Tunnel wurde wochenlang gesperrt.