Welpen sollten nicht im Netz gekauft werden

© APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Welpenhandel
02/12/2015

Der Hunde-Mafia auf der Spur

Offensive gegen illegale Anbieter. Tierschutz-Gesetz soll vereinheitlicht werden.

von Michael Berger

Bund und L√§nder verst√§rken den Kampf gegen illegalen Tierhandel im Internet. Ziel ist es, den Tierschutz (er f√§llt bis dato in die Kompetenz der L√§nder) bundesweit zu vereinheitlichen. Bereits f√ľr 13. M√§rz ist ein Treffen aller Tierschutz-Referenten der Landesregierungen angesetzt.

Laut Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und Umweltstadtr√§tin Ulli Sima dr√§ngt die Zeit. Zwischen November 2013 und Dezember 2014 wurden 1182 verd√§chtige Inserate auf f√ľnf Internetplattformen gemeldet. Auf Betreiben der Stadt Wien wurden davon 522 dieser Inserate (44,2 %) von den Servern genommen (Details: siehe Grafik). Trotzdem l√§sst die Kooperation der Online-Anbieter zu w√ľnschen √ľbrig. "Mit den Portalen tieranzeigen.at und bazar.at. fanden wir zwei gro√üe Verb√ľndete. Sie verzichten auf private Tieranzeigen. Bei willhaben.at sieht das leider anders aus", kritisiert Sima.

Produktion statt Zucht

Etwa 200.000 Hundewelpen pro Jahr werden illegal in den deutschsprachigen Raum geschleust. Haupts√§chlich von skrupellosen Z√ľchtern aus Slowenien, der Slowakei und Ungarn. "Tierleid macht an der Grenze nicht halt", betont Sima: "Die illegal eingef√ľhrten Tiere werden regelrecht produziert. Von Zucht kann man hier nicht mehr sprechen. Und viele Welpen werden vor dem Verkauf fitgespritzt. Krankheiten, die leider oft schon bald zum Tod f√ľhren, werden so verborgen."

Mit verst√§rkten Scheink√§ufen, intensiver Beobachtung der einschl√§gigen Internet-Portale und verst√§rkten Kontrollen nach dem Tierschutz-Gesetz sowie hohen Geldstrafen, speziell f√ľr Wiederholungst√§ter, will die Politik gegen die Tier- und Welpenmafia im Bundesgebiet vorgehen.

Scheinkäufe erfolgreich

Erst vor wenigen Tagen wurde ein illegaler Anbieter auf einem Parkplatz in Wien-Donaustadt bei einem Scheinkauf √ľberf√ľhrt. Die Welpen wurden aus dem Kofferraum eines Pkw angeboten, waren erst sieben Wochen alt und hatten keinen Impfpass. Eine Anzeige wegen Tierqu√§lerei folgte. "Es ist mir ein Anliegen, Interessenten vor skrupellosen Gesch√§ftemachern zu warnen. Sie beziehen aus dubiosen Quellen Hundewelpen und bringen die Tiere ohne tier√§rztliche Kontrolle zu uns", sagt Gesundheitsministerin Oberhauser.

Um erfolgreich zu sein, m√ľssen auch die K√§ufer sensibilisiert werden. Oberhauser kennt die Praxis: "Viele Interessenten sind knapp bei Kasse. Ein krankes Tier zu kaufen bringt menschliches und tierisches Leid. Gerade darum ist Bewusstseinsbildung wichtig." So k√∂nnen zwei Brosch√ľren (Augen auf beim Hundekauf, Augen auf beim Wildtier- und Exotenkauf) auf der Homepage des Gesundheitsministeriums (www.bmg.gv.at) abgerufen oder gratis bestellt werden.

Neben Hundewelpen bieten die Betr√ľger-Banden auch andere Tiere an. Der Verein "Pfotenhilfe" machte auf den aktuellsten Fall aufmerksam: Eine 43-j√§hrige Welserin fand im Internet ein K√§tzchen und √ľberwies 170 Euro nach Belgien. Sofort folgte eine Forderung √ľber 550 Euro Transportkosten. Die Frau erstattete Anzeige, ihr Geld ist aber verloren.

Der Schwarzhandel mit Haustieren sorgt f√ľr ein weiteres Problem. Da illegal angebotene Tiere in der Regel viel zu fr√ľh den Muttertieren entrissen werden, sind Verhaltensauff√§lligkeiten programmiert. Die Tierheime sind √ľberf√ľllt, denn viele √ľberforderte Halter geben die oft aggressiven und kranken Tiere schnell wieder an diese Einrichtungen ab.

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