Weihbischof Laun: Kein Segen für Homosexualität, KZ und Mafia

SOMMERVOLLVERSAMMLUNG DER BISCHOFSKONFERENZ: KÜNG
Foto: APA/ERWIN SCHERIAU  

Der ehemalige Salzburger Weihbischof Andreas Laun vergleicht die Segnung homosexueller Verbindungen mit jener von Konzentrationslagern und der Mafia. Man könne eine Sünde nicht segnen.

Während die deutsche Bischofskonferenz jüngst die Tür zu einer religiösen Segnung von homosexuellen Paaren einen Spalt weit aufgemacht und "in Einzelfällen" für möglich erklärte, hat sich der ehemalige Salzburger Weihbischof Andreas Laun mit einer kontroversen Position dazu geäußert. Man könne zwar Sünder segnen, schrieb er auf der als erzkonservativ bekannten Plattform kath.net, nicht jedoch eine Sünde selbst und "sündhafte Verbindungen".

"Segen heißt immer, dass etwas gedeihen soll", erklärte Laun. Segnenswert erscheinen Laun Autos, Tiere und Fabrikshallen. Homosexuelle Verbindungen kommen ihm dabei nicht in den Sinn. Als Beispiele für eine unmögliche Segnung nennt er unter anderem KZ, Waffen, Bordelle, die Mafia, Abtreibungseinrichtungen, Antisemitismus und anderes "rassenfeindliches Denken" und die "Verbindung homosexueller Männer oder lesbischer Frauen".

Laun kritisierte in seinem Text außerdem kirchliche Vertreter, die die Verwendung von Verhütungsmitteln für zulässig erklärten. "Jesaja sagt, solche Menschen ziehen die Strafe Gottes mit dicken Seilen herbei!", schrieb Laun. Der Text fand in der Kommentarspalte des österreichischen Mediums ausschließlich Beifall.

Der von 1995 von Papst Johannes Paul II ernannte und 2017 aus Altersgründen in Ruhestand getretene Weihbischof ist schon öfter mit radikal-reaktionären Positionen gegen Abtreibungen, Gender-Fragen und Homosexualität aufgefallen. Vergangenes Jahr wurde er von vier Berliner Politikern der SPD verklagt, nachdem er in einem Hirtenbrief die "Gender-Ideologie" als "Lüge des Teufels" bezeichnet hatte. Als solche sah er auch den Nationalsozialismus - was ihm auch eine Klage wegen Verharmlosung selbigen einbrachte. Außerdem schrieb er in Bezug auf die Homosexualität von "gestörten Männern und Frauen".

(kurier / tsc) Erstellt am
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