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Wassermangel in Österreich: 86% der Pegel historisch niedrig

Nach 70 Prozent im April nun 86 Prozent auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau. SPÖ und Grüne für Entnahme-Register.
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Zusammenfassung

  • 86 Prozent der Grundwasserstände in Österreich sind laut Greenpeace Ende Mai auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau, mit Rekord-Tiefstständen besonders in Salzburg und Oberösterreich.
  • Greenpeace fordert erneut ein Wasserentnahme-Register und eine Grundwasser-Abgabe für industrielle Großverbraucher, um Transparenz und nachhaltigen Umgang mit der Ressource zu schaffen.
  • SPÖ und Grüne unterstützen die Einführung eines Registers, um die Entnahmen von Industrie und Landwirtschaft besser nachvollziehen und steuern zu können.

70 Prozent der Grundwasserstände sind Ende April zu niedrig gewesen. Nun hat Greenpeace 224 Grundwasser-Messstellen in ganz Österreich mit Ende Mai erneut ausgewertet und die negative Entwicklung hat sich fortgesetzt: Trotz einiger Niederschläge in den vergangenen Wochen zeigen inzwischen 86 Prozent ein niedriges oder sehr niedriges Niveau. Besonders dramatisch ist laut der NGO, dass an jeder vierten Messstelle das Grundwasser so niedrig liegt, wie Ende Mai noch nie.

Besonders wurden die Rekord-Tiefststände aktuell in Salzburg registriert. Dort liegt das Grundwasser an drei Viertel der Messstellen so niedrig wie Ende Mai noch nie. Auch Oberösterreich ist stark betroffen, hier liegt das Grundwasser an 46 Prozent der Messstellen wie Ende Mai noch nie. In Kärnten zeigt jede einzelne Messstelle einen niedrigen oder sehr niedrigen Wasserstand.

Erneuter Aufruf an Wasserminister Totschnig

Greenpeace wandte sich erneut an Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP), das längst versprochene Wasserentnahme-Register rasch umzusetzen, damit ersichtlich wird, wie viel Wasser Industrie und Landwirtschaft wirklich verbrauchen. Zudem wurde eine Grundwasserabgabe für industrielle Großverbraucher gefordert. Diese erwirtschaften mit unserer gemeinsamen Ressource Grundwasser große Gewinne, zahlen aber in der Regel nichts dafür, kritisierte Greenpeace. "Höchste Zeit, dass Wasserminister Totschnig endlich seiner Verantwortung nachkommt und Österreich dürrefit macht", wurde Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei der Umweltschutzorganisation, zitiert.

Diese akute Grundwasserkrise ist eine direkte Folge des extrem trockenen vergangenen Jahres, in dem neun von zwölf Monaten zu wenig Niederschlag brachten. Auch der gerade zu Ende gehende Mai war im österreichweiten Schnitt um 30 Prozent zu trocken, erläuterte die NGO.

SPÖ und Grüne für Entnahme-Register

"Landwirte berichten immer häufiger von möglichen Totalausfällen: Das zeigt, wie sehr sich die Klimakrise auf unseren Alltag auswirkt. Wenn Regen ausbleibt, steht nicht nur die Ernte, sondern die gesamte Lebensmittelversorgung unter Druck. Das ist keine Zukunftsprognose mehr - das passiert jetzt", warnte Lukas Hammer, Umweltsprecher der Grünen. Er forderte Transparenz bei den Wasserentnahmen von Industrie und Landwirtschaft, da ohne diese Daten eine nachhaltige Politik nicht möglich sei.

Die SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr erinnerte in einer Aussendung an "auch im Regierungsprogramm" enthaltene Maßnahmen und nannte dabei ein Wasserentnahmeregister für Großverbraucher, das gemeinsam mit den Bundesländern umgesetzt werden soll. "Welche Großverbraucher in welcher Region wie viel Grundwasser genau entnehmen, liegt im Dunkeln. Das wollen wir ändern. Nur wenn wir wissen, wo wie viel Wasser von großen Verbrauchern entnommen wird, können wir vorausschauend planen", erklärt Herr.

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