Chronik | Österreich
25.06.2018

Wachauer Marillenernte startet frühestens am 3. Juli

Kurze Meldung lockte Kunden zu früh in die Region, die Original-Sorte braucht noch mehrere Reifetage.

Original Wachauer Marillen und Marillen aus der Wachau sind nicht unbedingt dasselbe. Diese bittere Erfahrung mussten am vergangenen Wochenende mehrere Gäste machen, nachdem sie extra in die Donauregion gekommen waren, um sich rasch ihre Wachauer Marillen zu sichern. Einige fuhren unverrichteter Dinge wieder heim und beschwerten sich bei Franz Reisinger, Obmann der Wachauer Marillenbauern.

Das Problem: Eine kurze Meldung machte vor wenigen Tagen die Runde, in der es hieß, dass die ersten Wachauer Marillen reif seien. Das stimmt nur bedingt. „Gemeint waren die Frühsorten. Die gibt es etwa schon in Dürnstein“, sagt Eva Lechner, Sprecherin der Landeslandwirtschaftskammer.

Aroma

Wer allerdings die Original Wachauer Marillen, bei denen nur die Sorte Klosterneuburger die unverwechselbare Geschmacks- und Aromaausprägung besitzt, kaufen will, muss sich noch in Geduld üben. Genau die hat in der Region einen europaweiten Herkunftsschutz. „Wir sind noch nicht soweit. Unsere Marillen brauchen noch ungefähr eine Woche bis zur Reife. Zwischen 3. und 5. Juli können wir mit der Haupternte beginnen“, erklärt Reisinger. Er freut sich zwar, dass die Nachfrage so groß ist, bittet aber noch um Rücksicht. Bei einem Lokalaugenschein am Montag in einem Marillengarten bei Mautern, Bezirk Krems, zeigte sich, dass viele Früchte noch grün sind. Und jene Marillen, die schon eine orange Farbe besitzen, benötigen noch mehrere Reifetage, bis sie den typischen Geschmack besitzen.

Wem die Herkunft egal ist und nicht mehr länger warten will, bekommt schon Marillen im Weinviertel. Dort ist die Ernte voll im Gange – ungefähr zwei Wochen früher als üblich. Das warme Frühjahr und die Regenfälle der letzten Wochen waren optimal für die Marille, heißt es.