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Förderpolitik
09/19/2020

Vorbildlich: Stipendien für nachhaltiges Modedesign

Öko und fair: Im Salon von Susanne Bisovsky wurden erste Signale gesetzt.

von Brigitte R. Winkler

Nachhaltigkeit ist in Mode – im wahrsten Sinne des Wortes. Dem erfreulichen Wandel von der Fast Fashion zur Slow Fashion haben sich auch hierzulande Modeschöpferinnen, Designer und Modegeschäfte unterzogen. Von Arthur Arbesser über Petar Petrov bis Sabinna, um nur einige zu nennen. Matthias Winklers Schuhe aus recyceltem Leder waren gerade erst bei der Vienna Fashion Week zu bewundern. Weber + Weber legen bei ihren Lederjacken höchsten Wert auf kontrollierte Tierhaltung und ungiftige Gerberei. Susanne Bisovsky, Elfenkleid oder Modus Vivendi in Wien wurden von Anfang an durch Recyceln und Fertigung im hauseigenen Atelier bekannt.

Der Unterwäsche-Spezialist Palmers hat seit geraumer Zeit nachhaltig produzierte Wohlfühlserien im Angebot. Im brandneuen Schmuckatelier Lena Kris im 2. Bezirk in Wien kann man Designerin Lena Grabher beim Zelebrieren von Handarbeit beobachten. Andy Wolf bewahren bei ihrer Brillen-Erzeugung in Hartberg ebenso traditionelles Handwerk, bei allem innovativem Design. In der Linzer Tabakfabrik findet seit einigen Jahren die Wearfair+mehr, die größte Verkaufsmesse für fairen Lifestyle in Österreich statt, in Innsbruck die Nachhaltigkeitsmesse ÖKO FAIR.

Nachhaltiger Start

Erfreulich, dass Andrea Mayer, die neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur, junge Künstlerinnen und Künstler, also auch Modeschöpferinnen, mit einem eigens dafür gegründeten Stipendium den Start in eine nachhaltige Modewelt erleichtern möchte. Am Donnerstag lud Mayer passenderweise in den Wiener Salon von Susanne Bisovsky, wo im kleinen Rahmen die ersten drei Gewinner (erhalten je 7.800 Euro für das 6-monatige Stipendium) vorgestellt, und über Nachhaltigkeit in Modedesign und Fashion-Industrie diskutiert wurde. Mayer: „Ich möchte Veränderungen herbeiführen, wie Kunst produziert und vermittelt wird.“

Karoline Pöhn, die an der Linzer Kunstuniversität Fashion & Technology studiert hat, erhält das Stipendium für ein spannendes Projekt: „Ich möchte ein Tool entwickeln, das Kunden vor allem in Online-Shops dabei unterstützt, auf Basis von Produkt-Informationen eine gute Wahl zu treffen. ,Ursache und Wirkung‘ sollen klar dargestellt werden, wenn man die Marke eingibt. Im Bereich Kleidung sind ,Ursachen‘ die Marke, Material, Farbe und Produktionsland. Als ,Wirkung‘ werden Auswirkungen auf die Umwelt und den Menschen, von der Produktionskette bis zum Kunden, gezeigt.“

Anna Sedlmayrs Plan ist es, dass jeder Quadratzentimeter der Stoffe, die für eine Kollektion verwendet werden, auch tatsächlich verarbeitet wird. Und der dritte Stipendiat, Christoph Rumpf (er konnte nicht zum Talk kommen), legt immer schon Wert auf Upcycling. Aus nachhaltigem Leder möchte er jetzt Schuhe produzieren.

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