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Chronik Österreich
09/24/2018

Von der Party zur Entspannung: „Früher war es hier laut und wild, jetzt ist es sauber und ruhig“

Neue Donau. Aus der Copa Cagrana, gegenüber der Sunken City, wurde der Copa Beach

An einem verregneten Wintertag im Jahr 1997 fuhr Gastronom Harry Mussa mit dem Rad von seinem Lokal in der Porzellangasse zur Donauinsel, von dort bis nach Korneuburg und wieder zurück. Er tat das damals jeden Tag, aber an diesem fiel Mussa das zum Verkauf stehende Lokal am Ufer auf.

Der Gastronom überlegte nicht lang: Anfang 1998 unterzeichnete er den Kaufvertrag. Seitdem führt der Grieche Harry Mussa das Rembetiko und das Mar Y Sol auf der Copa Cagrana bei der Reichsbrücke an der Neuen Donau (22. Bezirk) und ist damit der längstdienende Gastronom an der Donauinsel.

Als die Donauinsel in den 80ern (siehe Bericht links) gebaut worden ist, wurden auch die Uferflächen links und rechts aufgeschüttet – die spätere Copa Cagrana entstand. Damals gab es einen Griechen, einen Mexikaner, eine Disco. Die Getränke wurden in Kübeln serviert, die Partynächte waren wild und dauerten bis in der Früh. „Früher war es hier laut, die Gäste wollten einen drauf machen. Manchmal mussten wir sie quasi mit Gewalt hinausbringen“, erzählt Mussa. „Es war wie auf einer Urlaubsinsel.“ Vom wilden Urlaubsgefühl von früher sei heute nur noch wenig übrig. „Manchmal muss man sogar den Radio leiser drehen, weil die Menschen so gerne ihre Ruhe haben wollen“, sagt der Gastronom. Heuer im Frühjahr wurde der vier Hektar große und 300 Meter lange Copa Beach umgestaltet.

 

Ein langjähriger Rechtsstreit mit dem ehemaligen Langzeit-Pächter Norbert Weber und der Stadt Wien hatte 2016 in einer Zwangsräumung geendet. Derzeit findet die große Umgestaltung statt, die bis 2021 abgeschlossen sein soll.

14,5 Millionen Euro

Drei Millionen Euro hat die Stadt in den Umbau der Copa bisher gesteckt. 14,5 Mio. werden es insgesamt sein. In insgesamt vier Bauabschnitten werden in den kommenden Jahren noch Tonnen von Beton entfernt und eine neue Promenade angelegt.

Die Liegefläche wurde schon erneuert, zum Teil auch die Gehwege. Heute gibt an der Neuen Donau

Beachbars und Cocktail-Happy-Hours, Burgers in Pop-up-Lokalen und Yoga.

„Es ist schöner geworden und es ist jetzt sauber“, sagt Harry Mussa. „Aber der Inselflair und das Nachtleben fehlen. Es ist jetzt nicht mehr Party, sondern Erholung hier.

Und selbst bei der Erholung gebe es viel Nachholbedarf: Der Weg von der U1-Station, vorbei an seinem Lokal bis nach hinten sei nicht ausreichend beleuchtet. „Die Frauen fürchten sich, weil es hier stockfinster ist am Abend“, sagt Mussa. Und noch gebe nicht einmal eine Strandkabine, wo sich die Besucher nach dem Baden umziehen können.

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