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Jedes fünfte Kind erlebt Sommerferien in Armut

Für rund 319.000 Kinder und Jugendliche in Österreich bedeuten die Sommerferien vor allem Verzicht.
Kinderspielplatz (Symbolfoto).

Zusammenfassung

  • Jedes fünfte Kind in Österreich lebt laut Volkshilfe in Armut oder ist armutsgefährdet, wodurch Ferien oft von Verzicht und sozialer Ausgrenzung geprägt sind.
  • Besonders armutsgefährdete Familien leiden unter fehlenden Urlaubsmöglichkeiten, zunehmender Sommerhitze in dicht verbauten Wohngebieten und mangelndem Zugang zu kühlen Freizeitorten.
  • Die Volkshilfe fordert mehr Hitzeschutz, den Ausbau kostenloser oder günstiger Ferienbetreuung sowie eine Kindergrundsicherung zur Verringerung der Kinderarmut bis 2030.

Mit dem Beginn der Sommerferien startet für viele Familien die Reisezeit. Doch längst nicht alle Kinder können sich auf Urlaub oder Ferienprogramme freuen. Nach Angaben der Volkshilfe lebt jedes fünfte Kind in Österreich in Armut oder ist armutsgefährdet. Für sie seien die Ferien häufig von finanziellen Einschränkungen und sozialer Ausgrenzung geprägt.

Nach Angaben der Sozialorganisation leben rund 319.000 Kinder und Jugendliche in Haushalten, die sich nicht einmal eine Woche Urlaub pro Jahr leisten können. Besonders betroffen sind armutsgefährdete Familien: Mehr als ein Drittel ihrer Kinder verbringt die Ferien ohne Urlaubserfahrung. Das könne dazu führen, dass Kinder nach den Ferien das Gefühl hätten, nicht mitreden zu können oder ausgeschlossen zu sein, sagte Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger.

Hitze trifft arme Familien besonders

Neben dem fehlenden Urlaub verweist die Volkshilfe auf ein weiteres Problem: die zunehmende Sommerhitze. Armutsgefährdete Familien lebten häufiger in dicht verbauten Stadtgebieten, in denen sich Hitze besonders staut. Gleichzeitig fehlten oft die finanziellen Möglichkeiten für Schwimmbadbesuche oder Aufenthalte an kühlen Orten wie Museen oder anderen klimatisierten Einrichtungen. Die Organisation fordert deshalb mehr Hitzeschutz auf öffentlichen Spielplätzen sowie eine stärker auf den Klimawandel ausgerichtete soziale Infrastruktur.

Hohe Kosten für Ferienbetreuung

Auch die Betreuung während der neunwöchigen Sommerferien stelle viele Familien vor Herausforderungen. Berufstätige Eltern müssten häufig kostenpflichtige Ferienangebote in Anspruch nehmen, die insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen schwer leistbar seien.

Die Volkshilfe verweist auf die AK-Schulkosten-Studie 2023/24. Demnach gaben Familien im Schnitt 379 Euro für Ferienbetreuung und weitere 387 Euro für Nachhilfe in den Sommerferien aus. Kurz darauf folgten mit dem Schulbeginn bereits die nächsten größeren Ausgaben.

Die Organisation fordert deshalb einen raschen Ausbau kostenloser oder zumindest deutlich günstiger Ferienbetreuungsangebote. Langfristig erneuerte sie zudem ihre Forderung nach einer Kindergrundsicherung. Diese soll nach den Vorstellungen der Volkshilfe dazu beitragen, die Kinderarmut in Österreich bis 2030 deutlich zu reduzieren.

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