Chronik | Österreich
23.07.2018

Volksanwälte fordern: Land soll „Fall Georg“ prüfen

Medizinischer und rechtlicher Streit um Therapie für Kind. Videoappell seiner Anwältin mehr als 100.000-mal aufgerufen.

Die (Leidens-)Geschichte des bald 13-jährigen Georg zieht immer weitere Kreise: Nun setzten sich alle drei Volksanwälte für den Buben aus der Steiermark ein. Gertrude Brinek, Günter Kräuter und Peter Fichtenbauer teilten am Montag mit, dass sie „an das Land Steiermark appellieren, die möglicherweise lebensrettende Medikation für Georg Polic neuerlich zu prüfen“.

Georg leidet an Muskelschwund, genauer an spinaler Muskelatrophie. Er ist gelähmt und kann auch nichts mehr essen außer Brei, schlucken fällt ihm schwer. Seit einigen Monaten tobt jedoch ein medizinischer wie rechtlicher Streit um seine weitere Behandlung: Georgs Mutter Claudia und Anwältin Karin Prutsch setzen auf „Spinraza“, das den Zustand des Kindes stabilisieren und auch verbessern soll. Die Krankenanstaltengesellschaft verweigert die Therapie jedoch, Prutsch blitzte mit Anträgen auf mit einstweilige Verfügung bei Gericht ab. „Spinraza“ ist seit dem Vorjahr in Österreich zugelassen, allerdings ziemlich teuer: Eine Spritze kostet 77.000 Euro.

Um Druck aufzubauen, ging Anwältin Prutsch vergangene Woche mit einer Videobotschaft in die Offensive. Via sozialer Medien bat sie die Öffentlichkeit um Hilfe. Das Video wurde auf Facebook mittlerweile rund 3000-mal geteilt und 123.000-mal aufgerufen.