Kinder auf Secondhand-Plattform zum Verkauf? Polizei glaubt an Fake
Dubiose Anzeigen auf der Secondhand-Plattform Vinted.
„Weibliche Dinosaurierfigur. Neugeborenes, 9.000 Euro, Figur in sehr gutem Zustand, unbenutzt, vor einem Jahr gekauft.“
„Vier Kuscheltiere. Frühchen. 12.500 Euro. Sortiert nach Alter.“
„Plüsch. 9 Jahre. 30.000 Euro. Weiblich, weiß, Jungfrau.“
Anzeigen wie diese sind in den vergangenen Tagen immer wieder auf der Secondhand-Plattform Vinted aufgetaucht - und sorgen für große Aufregung. In den sozialen Medien gehen die Wogen hoch, auch unter Teenagern sind diese Inserate derzeit das Gesprächsthema Nr. 1. Hinter den dubiosen Inseraten sollen zum Verkauf angebotene Kinder stecken, viele vermuten dahinter einen Ring von Menschenhändlern.
So schnell die Inserate veröffentlicht werden, so schnell verschwinden sie auch wieder von der Bildfläche - und neue in dieser Form tauchen auf. Wenn besorgte Nutzerinnen und Nutzer die Inhalte melden, also Vinted auffordern, die Inhalte zu überprüfen, lautet die Antwort in vielen Fällen: „Unserer Meinung nach gibt es keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass xxx gegen unsere Community-Richtlinien verstößt. Wir sind uns bewusst, dass diese Entscheidung vielleicht nicht ganz deinen Erwartungen entspricht. Du hast aber die Möglichkeit, xxx zu blockieren.“
Die Polizei ermittelt
Das geht vielen, die in den Foren kommentieren, zu wenig weit. Sie schlagen vor, dass die Polizei ermitteln und eingreifen solle. Das passiert mittlerweile, etwa in Deutschland. So sind unter anderem die Polizei Berlin, die Polizei Konstanz oder das Hessische Landeskriminalamt mit der Thematik befasst.
„Könnten Fake-Anzeigen sein“
Die Behörden zeigen in einem Statement Verständnis für die Ängste und Reaktionen bei einem so emotionalen Thema, warnen aber davor, Gerüchte zu verbreiten: „Nach aktuellen Erkenntnissen deutet vieles darauf hin, dass es sich hierbei um Fake-Anzeigen handelt.“ Dennoch gelte: Die Polizei lasse in solchen sensiblen Bereichen keinerlei Spielraum für Spekulationen.
Die Texte zu den Fotos sind verstörend.
Hinweise werden geprüft, um jegliche Gefahr oder Straftat auszuschließen.
Mit Verspätung reagiert auch die Online-Plattform selbst.
„Kein Beweis für Kinderhandel“
Aus der Vinted-Zentrale heißt es: „Wir nehmen dieses Thema extrem ernst und fordern jeden, der auf eine solche Anzeige stößt, dazu auf, diese sofort zu melden, damit wir sie prüfen und Maßnahmen ergreifen können. Es gibt zudem wichtige, oft verwirrende Unterschiede zwischen den aktuell kursierenden, bewusst verstörenden Anzeigen, einer verwirrend unüberlegten Anzeige oder konkreten Beweisen für Kinderhandel – und Letztere liegen hier nicht vor. Ein unabhängiger aktueller Faktencheck kam zum selben Ergebnis.“
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