Begeisterte Pilotin: Nach dem Crash befindet sich die 28-Jährige auf dem Weg der Besserung.

© /Bundesheer

Hubschrauberabsturz
06/24/2014

"Verena geht es schon wieder besser"

Der Vater der abgestürzten Pilotin, Hans Danzinger, über die Genesung seiner Tochter.

von Johannes Weichhart

Als der Anruf kam, erzählt Hans Danzinger, hatte er das Gefühl, "als würde mir jemand den Boden unter den Füßen wegziehen". Tochter Verena, eine begeisterte und trotz ihrer 28 Jahre schon erfahrene Heerespilotin, war bei einer Übung im Navistal in Tirol mit dem Hubschrauber abgestürzt. "Zum Glück kam dann rasch die Meldung, dass sie überlebt hat", sagt Danzinger im Gespräch mit dem KURIER.

Der tragische Unfall lässt die Familie in diesen Tagen ganz eng zusammenrücken. Denn Danzinger hat bei dem Crash nicht nur zwei Wirbelbrüche und eine Sprunggelenksverletzung erlitten, sie hat auch einen Kameraden verloren. Für den 29-jährigen Kärntner Martin K., der im Heck der Maschine saß, kam jede Hilfe zu spät. "Das hat sie psychisch natürlich sehr belastet", erzählt der Leiter des Wachaurings Melk.

"Mittlerweile geht es ihr besser und sie kann bald nach Hause. Zudem wird sie nicht nur von einer Psychologin sehr gut betreut, auch die ersten Ergebnisse der Untersuchungskommission machen ihr Mut." Denn laut Vater Danzinger soll ein plötzlicher Strömungsabriss für den Absturz verantwortlich sein. Für eine sichere Landung sei nicht mehr genügend Abstand zum Boden gewesen. "Ihr wurde gesagt, dass sie in dieser sehr schwierigen Situation alles richtig gemacht habe. Sie trägt keine Schuld."

Im Verteidigungsministerium gibt man sich hingegen noch zurückhaltend. Derzeit wird das Wrack in der Kaserne Langenlebarn von Spezialisten untersucht. "Bis ein Ergebnis vorliegt, kann es noch Monate dauern", heißt es.

Ob Tochter Verena je wieder fliegen wird, weiß auch ihr Vater nicht. "Darüber haben wir noch nicht gesprochen."

Soldat stirbt bei Hubschrauberabsturz

Der Notruf kam um 13 Uhr von der verunglückten Pilotin: Hubschrauberabsturz im Gebiet Wattener Lizum in Tirol. Der Hubschrauber vom Typ OH-58 B „Kiowa“ verunglückte in gebirgigen Gelände mit drei Insassen an Bord. Sofort eilten Rettungshubschrauber von Militär und Rotem Kreuz zur Absturzstelle. Für Stabswachtmeister Martin K., kam die Hilfe jedoch zu spät.

„Bei dem Toten handelt es sich um einen 33-jährigen Kärntner, der in Niederösterreich stationiert ist“, bestätigte Michael Bauer, Sprecher des Bundesheeres. Die Besatzung stammt nach ersten Informationen vom Luftstreitkräfte-Stützpunkt aus dem niederösterreichischen Langenlebarn.

Pilotin Verena D. und der 35-jährige Techniker Robert S. befinden sich derzeit schwer verletzt im Krankenhaus. Der Notruf kam vom Mobiltelefon der Pilotin. Die 30-jährige aus Böheimkirchen ist die dritte Frau, die für das österreichische Heer als Pilotin dient.

Angaben zur Unfallursache dürfte sie beim Eintreffen der Einsatzkräfte nicht gemacht haben.

„Harte Landung“

Von einem Absturz möchte das Bundesheer nicht sprechen. Es sei im Zuge der Übung zu einer „harten Landung“ gekommen. Die Übung mit 5500 Soldaten wurde nach dem Unfall abgebrochen. Verteidigungsminister Klug machte sich sofort auf den Weg zur Unfallstelle. „Das Gebiet ist schwer zugänglich. Das kann auch die Ermittlungen zur Ursache verzögern“, sagte Pierre Kugelweis, ein Sprecher der Streitkräfte.

Es handelte sich um einen Aufklärungseinsatz. Der Flug sollte Luftaufnahmen der Übung anfertigen.

Sichere Staffel

Die OH-58 sind die einzigen mit einem Gatling-Maschinengewehr bewaffneten Hubschrauber des Bundesheeres. Sie sind bei der Hubschrauber-Mehrzweckstaffel in Langenlebarn stationiert. Diese Einheit wurde mehrfach ausgezeichnet und belobigt, weil sie noch nie in ihrer Geschichte einen Flugunfall erleiden musste.

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