Unterschreiben für Überleben des Wolfs

Umweltministerkonferenz - Wolf
Foto: APA/dpa/Bernd Thissen ABD0004_20171113 - ARCHIV - Ein Wolf (Canis Lupus Lupus), aufgenommen am 18.01.2017 in einem Gehege des Biotopwildpark Anholter Schweiz in Isselburg (Nordrhein-Westfalen). Die Umweltminister von Bund und Ländern kommen am 17.11.2017 in Potsdam (Brandenburg) zusammen, um über den aktuellen Stand des Schutzes des Wolfes, des Diesel-Skandals und die Klimaschutzpläne von Bund und Ländern zu sprechen. (zu dpa vom 13.11.2017) Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Petition. Naturschutzbund will Akzeptanz des Heimkehrers stärken und fordert Unterstützung für Tierhalter

Aus Sicht der Naturschützer drängt die Zeit. Sie rechnen damit, dass mehr Wölfe zuwandern als bisher. Und dass der Nachwuchs des derzeit einzigen österreichischen Rudels – die sieben Tiere leben auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig im Waldviertel – sich bald auf die Suche nach eigenen Jagdgründen macht.

"Wir fördern den Wolf nicht, wollen aber, dass er eine Chance bekommt, weil er ein wichtiges Modul für das Funktionieren der Ökologie darstellt", sagte Naturschutzbund-Obmann Josef Limberger am Montag bei der Vorstellung der Resolution im Naturhistorischen Museum in Wien. Möglichst viele Unterschriften sollen auch die Politik zum Handeln drängen.

"Wir dürfen Betroffene nicht im Regen stehen lassen. Natürlich trifft es Tierhalter, wenn ein Schaf gerissen wird", meinte Wolfsforscher Kurt Kotrschal. Nicht der Wolf bedroht aus seiner Sicht die Existenz der Bauern, sondern eher die Landwirtschaftspolitik. Der Wolf komme nur als weiterer Faktor dazu und werde zum Sündenbock gemacht. Deshalb sei es unbedingt nötig, Herdenschutz auf den Almen zu fördern, meint Kotrschal, der betonte, die Aktion als Privatmann zu unterstützen. Es gehe allerdings nicht um endlose Zäune, sondern andere Methoden.

Herdenschutz

"In anderen Ländern funktioniert der Herdenschutz mit Hunden und Hirten längst", betonte Max Rossberg, Obmann der European Wilderness Society. Er erklärte, dass die Verluste an Weidetieren – unabhängig vom Wolf – durch den Einsatz von Hirten abnehmen würden. "In Österreich gibt es etwa 450.000 Schafe. 17 davon wurden von Wölfen gefressen. 10.000 sind an Würmern, der Kälte und Blitzschlag gestorben", präzisierte Rossberg.

Naturschutzbund-Biologe Leopold Slotta-Bachmayr fordert Maßnahmen der öffentlichen Hand: "Man muss Betroffene in das Wolfsmanagement einbeziehen. Dazu braucht es Hilfe, Information und Wissen, das bei uns verloren gegangen ist."

www.naturschutzbund.at

(kurier) Erstellt am
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