Polizist Martin S. mit Fisko und Argos.

© KURIER/Franz Gruber

Reportage
03/20/2017

"Unsere Hunde sind ja auch nur Menschen"

Der KURIER besuchte die Polizeidiensthunde. Drei Rüden zeigten ihr Können.

von Birgit Seiser

Die Disziplin, die Fisko, Argos und Spike an den Tag legen, würden sich viele Arbeitgeber von ihren Angestellten wünschen. Die drei Tiere gehören zu den österreichweit insgesamt 390 Polizei-Diensthunden. Allein in Wien werden 100 Hunde in den verschiedensten Einsatzgebieten ausgebildet.

Die meisten Tiere sind auf Suchtmittel spezialisiert, danach folgen Sprengstoff-, Brandmittel-, Leichen-, Banknoten- und schließlich Fährtenspürhunde. "Ob ein Hund später eine Spezialausbildung erhält, zeigt sich meist während der Grundausbildung", erklärt Rudolf König, der Leiter der Polizeidiensthundeeinheit in Wien-Strebersdorf an der Grenze zu Niederösterreich. Prinzipiell eignet sich aber nicht jedes Tier für den Polizeidienst. "Die Ausbildung beginnt in der Regel mit acht Wochen alten Welpen und dauert dann etwa zwei Jahre lang. Es kommt vor, dass sich während des Trainings herausstellt, dass ein Hund unter gesundheitlichen Problemen leidet oder aufgrund seines Wesens nicht für den Polizeidienst geeignet ist, dann werden diese Hunde nicht weiter ausgebildet", sagt König.

Herrchen als Trainer

Besonders wichtig ist, dass das Tier und sein Hundeführer nach den Jahren der Ausbildung ein gutes Team bilden. Deshalb werden alle Hunde ausschließlich von ihren Herrchen trainiert. Die Bindung ist sehr eng. "Der Hund ist ein Familienmitglied. Nach rund elf Jahren wird das Tier in den Ruhestand verabschiedet und bleibt dann bei seinem Hundeführer und dessen Familie. Es ist wichtig, dass die ganze Familie die Tiere gut kennt. Bekannten oder entfernten Verwandten ist es beispielsweise nicht erlaubt, mit den Hunden spazieren zu gehen. Der Ehefrau des Hundeführers dagegen schon", sagt König. Mit bestimmten Befehlen kann ein Polizeihund nämlich schnell zu einer Waffe werden. Deshalb ist der richtige Umgang besonders wichtig.

Argos zum Beispiel wird nun unter einem Dach mit seinem Sohn leben. Fisko ist zehn Monate alt und als direkter Nachfahre von Argos, nun an der Seite von Gruppeninspektor Martin F. Dass Rüden, die als Polizeihunde Talent gezeigt haben zur Zucht verwendet werden, ist nicht ungewöhnlich.

Mit den Hündinnen funktioniert das jedoch nicht so ohne Weiteres: "Man kann sich vorstellen, was das auslösen würde, wenn eine läufige Hündin unter unseren rund 100 Diensthunden wäre", schmunzelt König.

Argos und Fisko sind belgische Schäferhunde, eine Rasse, die sich gut als Polizeihund eignet. Die Tiere müssen kälte- und wärmeresistent sein und auch einen natürlich Drang zum Spielen haben. Auch deutsche und holländische Schäferhunde sind im Einsatz, außerdem gibt es noch Rottweiler in der Diensthundestaffel.

Streife an Hotspots

"Unsere Hunde sind täglich auch präventiv im Einsatz. Zum Beispiel bei Drogen-Hotspots oder an sonstigen exponierten Örtlichkeiten. Aber Hunde sind ja auch nur Menschen und müssen sich nach einer gewissen Zeit ausruhen. Der Hundeführer merkt, wenn es zu anstrengend wird", sagt König.

Prinzipiell seien Polizeihunde aber besser dran als so manches Haustier. "Der Hundeführer beschäftigt sich den ganzen Tag mit dem Tier, weitaus häufiger sogar als mit dem Ehepartner. Von ihm kann sein Leben abhängen", sagt König.

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