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Chronik Österreich
04/09/2019

Trotz Pleite: Im Edel-Restaurant LAV wird weiter aufgekocht

Neue Lokaleigentümer erheben Vorwürfe gegen Ex-Geschäftsführer bzw. Ex-Gesellschafter wegen hoher Verluste.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Hubertus von Hohenlohe, David Alaba samt Mama Gina, Schauspielerin Lilian Klebow und Designerin Anelia Peschev amüsierten sich bei der Eröffnung köstlich. ORF-Beau Roman Rafreider moderierte und DJane Amer Le Bon und Großbritanniens angeblich coolster Bartträger, Jack Guiness, sorgten für den Sound. Die Rede ist von der Neu-Eröffnung des Edel-Restaurants LAV am Wiener Graben 30 durch das Unternehmer-Ehepaar Loran Pejcinoski und Emilija Grankova Anfang Juli des vergangenen Jahres.

Erst im Februar 2018 hatte das Paar die Firmenanteile von drei Voreigentümern übernommen. Laut Aktenlage haben sie rund 2,1 Millionen Euro in das mehrstöckige, gemietete Lokal investiert. Geboten wird mediterrane Küche mit japanischen Einflüssen. Die Bewertungen des Lokals mit seinen 67 Mitarbeitern sind erstklassig.

Doch jetzt musste das Unternehmerpaar die Reißleine ziehen. Die LAV Restaurantbetriebs GmbH hat Insolvenz angemeldet. Die Schulden werden mit 983.000 Euro beziffert. Davon steht der Betrieb mit fast 396.000 Euro bei Lieferanten, mit 202.000 Euro beim Vermieter und mit 200.000 Euro bei Abgabenbehörden in der Kreide.

„Geschönter Umsatz“

„Auch Toplage und Promi-Faktor schützen offensichtlich nicht vor einer Insolvenz, wenn anscheinend die betriebswirtschaftliche Kontrolle nicht funktioniert“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform zum KURIER. Er spielt dabei auf den Insolvenzantrag an. Daraus geht hervor, dass sich Pejcinoski mit einem Ex-Gesellschafter und (beim Kauf übernommenen) Geschäftsführer Ende 2018 überworfen hat.

Grund sollen sehr hohe Personalkosten und „extrem geschönte veröffentlichte Umsätze 2017“ sein. Dazu kommen angeblich erst kürzlich entdeckte „Einladungen und Eigenverbrauch“ in Höhe von 593.000 Euro. „Mitte März offenbarte sich die tatsächliche Lage des Betriebs, wonach der Umsatz nicht nur wesentlich geringer war als beim Kauf der Gesellschaftsanteile ausgewiesen“, heißt es im Insolvenzantrag, „sondern auch die Verbindlichkeiten wesentlich höher waren. Der Betrieb machte massive Verluste.“ Das Lokal soll saniert und fortgeführt werden. Schon im Vorfeld der Pleite soll Personal abgebaut worden sein.

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