Winzer Franz Prager, 1925 - 2019

© Weingut Prager

Nachruf
10/17/2019

Trauer um Wachauer Winzerlegende Franz Prager, 1925 - 2019

Franz Prager aus Weißenkirchen war Mitbegründer der „Vinea“ und gilt als einer der Retter der Wachau.

von Jürgen Zahrl

Die Wachauer Winzerlegende Franz Prager aus Weißenkirchen im Bezirk Krems hat im 94. Lebensjahr seine geliebte Weinbauregion für immer verlassen. Er gilt als Pionier des Wachauer Qualitätsweins und gehörte zu jenen Kämpfern, die sich mit Erfolg gegen ein geplantes Donaukraftwerk und die Durchfahrt des Schwerverkehrs in der Wachau stemmten. „Franz war ein kulturbewusster Mensch. Er hatte eine kompromisslose Art, Wein zu produzieren“, weiß sein Schwiegersohn Anton Bodenstein, der mit seiner Frau Ilse ihren väterlichen Betrieb führt.

Stilistik

Als Prager mit seiner Frau Franziska das traditionsreiche Weingut in Weißenkirchen übernahm, stellte er die Weingärten Anfang bis Mitte der 1950-er Jahre auf die bis dahin noch selten eingesetzte „Hochkultur“ um, bei der Rebstöcke mehr Platz und mehr Sonnenlicht bekommen. Ihm war die möglichst natürliche Stilistik seiner Grünen Veltliner und Rieslinge wichtig, mit denen er sich einen prominenten Namen machte. Prager zählt österreichweit zu den Wegbereitern des trockenen (durchgegorenen) Weißweins auf höchstem Niveau.

Sein Qualitätsanspruch prägte auch nachhaltig die gesamte Wachau mit. Franz Prager gründete 1983 gemeinsam mit Josef Jamek, Franz Hirtzberger und Willibald Schwengler die Gebietsschutzvereinigung „Vinea Wachau“, in der das strenge Regelwerk „Codex Wachau“ bis heute die Standards in der Region vorgibt. Darin sind auch die drei Geschmackskategorien des Wachauer Weins genau festgelegt: Steinfeder (leicht), Federspiel (mittel) und Smaragd (kräftig).

Kraftwerksbau

Als Anfang der 1970-er Jahre die Pläne für den Bau eines Donaukraftwerks nahe Dürnstein bekannt wurden, gehörte Prager zu den vier großen Wachauer Winzern, die sich gegen die Zerstörung der Terrassenlandschaft stark einsetzten. „Sie verhinderten den Untergang der Wachau“, lautete eine der Schlagzeilen im KURIER damals. Nur aufgrund des massiven Protests der Bewohner ist es gelungen, die Politik davon zu überzeugen, dass man die weithin bekannte Wachau nicht für die Erzeugung von Strom opfern kann. Quasi in letzter Sekunde sei das Bauprojekt gestoppt worden, berichten die Einheimischen.

Damit legten die Winzerlegenden den Grundstein für das Weltkulturerbe Wachau. Seit dem Jahr 2000 ist die Region eine geschützte Kulturlandschaft der UNESCO.

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