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Chronik Österreich
12/24/2019

Telefonseelsorge: Wenn die Einsamkeit in der Stillen Nacht zur Last wird

Bei seelischem Leiden finden betroffene unter der Nummer 142 ein offenes Ohr und Hilfe.

Die besinnliche Zeit des Jahres kann für viele Menschen zur großen Belastung werden. Dafür gibt es viele Gründe: Sei es etwa die Einsamkeit, die dann erdrückender wirkt als sonst, weil man nicht weiß, mit wem man die Feiertage verbringen soll. Oder seien es belastende familiäre Situationen. Oft hilft ein Gesprächspartner oder eine Meinung von einer unabhängigen Person – also: einfach ein offenes Ohr.

Dies bietet die österreichische Telefonseelsorge. Unter der Notrufnummer 142 kann anonym und kostenfrei zu jeder Uhrzeit an jedem Tag des Jahres ein Mitarbeiter erreicht werden – diese stehen unter Schweigepflicht. Wer nicht telefonieren mag, kann die Telefonseelsorge auch per Chat oder eMail erreichen.Infos auf der Homepage.

„Reden hilft“

„Die Erfahrung zeigt: Reden hilft, wenn ich einen interessierten und zugewandten Gesprächspartner habe“, erzählt Marlies Matejka, Leiterin der Telefonseelsorge Wien. Die Gesprächspartner sind ehrenamtliche Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern, die für andere Menschen da sein wollen. In Wien sind das 150 Freiwillige, die durch eine einjährige Schulung für diese Aufgabe ausgebildet werden.

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge sind jedoch nicht nur zur Weihnachtszeit und bei ganz akuten Krisen erreichbar. Gesprächspartner begleiten Menschen auch in schwierigen Situationen, wie beispielsweise nach dem Tod eines geliebten Menschen, bei Mobbingvorfällen oder wenn man körperlich erkrankt ist und jemanden zum Reden braucht. „Es gibt Menschen, die sonst niemanden zum Reden haben“, erzählt Matejka. Frauen rufen übrigens verhältnismäßig früher und öfter an als Männer.

Dass es Hilfe wie die Telefonseelsorge braucht, zeigen die Zahlen. Im Jahr 2018 waren es rund 130.000 Telefonate, die die Mitarbeiter der Telefonseelsorge österreichweit geführt haben. Dabei seien die Anruferzahlen im Jänner nochmals höher als im Dezember, erklärt Matejka. Denn gerade nach Weihnachten sei man oftmals enttäuscht, wenn die hohen Erwartungen an Harmonie und Liebe nicht erfüllt wurden.

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