Chronik | Österreich
19.01.2018

Skurrile Ermittlungen in einer Polizei-Inspektion

Monatelange Videoüberwachung und Kripoeinsatz wegen gestohlenen 137 Euro.

Man soll nicht behaupten, dass die Polizei nicht auch bei Kleinkriminalität ausführlichst ermitteln kann. Sechs Monate lang lief eine Videoüberwachung, das Landeskriminalamt ermittelte – wegen des Diebstahls von Ein- und Zwei-Euro-Münzen aus einer Gemeinschaftskasse. Gesamtschaden zu Beginn: Stolze 77 Euro. Im Zuge der Ermittlungen kamen weitere (videodokumentierte) rund 60 Euro dazu.

Vielleicht muss man dazu erklären, dass es sich um die Gemeinschaftskasse einer Polizei-Inspektion handelte. Man hatte schon zu Beginn einen Verdächtigen, nämlich jenen Beamten, der als einziger immer im Dienst war, wenn Münzen verschwanden. Um ihm das allerdings nachzuweisen, wurden Kameras vom Landeskriminalamt installiert. Beim ersten Diebstahl sah man auf dem Video aber nur den Rumpf des Diebes und eine Kratzspur auf dem Gürtel. Diese hatte auch der Verdächtige, dennoch wollte man auch sein Gesicht aufzeichnen – was schließlich nach rund sechs Monaten gelang.

Diversion und Geldstrafe

Dem kurzfristig suspendierten Beamten mit den langen Fingern wurde schließlich von der Staatsanwaltschaft eine Diversion angeboten, er zahlte 3000 Euro, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Von der Disziplinarkommission bekam der Polizist nun noch zusätzlich 150 Euro Strafe aufgebrummt. Der Beamte zahlte mittlerweile auch 200 Euro in die Kasse ein, um den Schaden zu begleichen. Er darf nun wieder seinen Polizeidienst verrichten.