Verletzte auch im Südburgenland
In Königsdorf (Bezirk Jennersdorf) explodierte kurz nach Mitternacht eine Böller-Batterie der Klasse 4 vor dem Gesicht des 50-Jährigen. Er wurde ins Krankenhaus Graz eingeliefert.
Feuer, Verletzte, Überlastung: Feuerwehr und Rettung standen in der Silvesternacht im Dauereinsatz. In Graz gab es 13 Verletzte, in Neusiedl am See brannte ein Hektar Wiese.
Während vielerorts das neue Jahr mit Raketen und Sekt begrüßt wurde, standen Feuerwehr und Rettungsdienste in ganz Österreich im Dauereinsatz. In der Silvesternacht 2025/26 kam es zu zahlreichen Bränden und Verletzten – von der Grazer Innenstadt bis in den Seewinkel.
In Graz sorgte ein Brand in einer Bar in der Gleisdorfer Gasse für Aufsehen. Flammen griffen auf einen Teil der Decke über, vermutlich ausgelöst durch Sprühkerzen von Gästen. Der Lokalbesitzer konnte das Feuer mit einem Handfeuerlöscher eindämmen, dennoch wurden 13 Menschen beim Verlassen des Lokals verletzt, eine Person mittelschwer. Die meisten zogen sich Sturzverletzungen zu. Der Vorfall erinnerte an das tödliche Feuer in der Stern-Bar vor zwei Jahren, bei dem eine 21-Jährige ums Leben gekommen war.
In Wien wurde ebenfalls ein erhöhtes Einsatzaufkommen verzeichnet. Ein Feuerwehrmann wurde durch einen Feuerwerkskörper leicht verletzt. Insgesamt waren 389 Einsätze zu bewältigen. Darunter fielen zahlreiche Klein- und Flurbrände im Freien, Balkonbrände, brennende Müllbehälter, Zimmerbrände, Alarme automatischer Brandmeldeanlagen und dieses Jahr durch den starken Wind auch Sturmschäden.
Im 11. Bezirk wurde ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten durch eine Feuerwerksrakete getroffen und dabei leicht verletzt. Im 15. Bezirk im Bereich der Schweglergasse kam es noch in den Abendstunden zu einem Brand einer Abluftleitung in einem Lokal mit Holzkohlegrill. Durch mehrere Atemschutztrupps konnte der Brand gelöscht und mehrere betroffene Wohnungen kontrolliert werden. Verletzt wurde niemand.
Drei Balkonbrände in der Engerthstraße, am Handelskai und in der Laimäckergasse wurden frühzeitig von Passanten bemerkt und alarmiert. Die Feuerwehr konnte die Brände rasch unter Kontrolle bringen und eine Ausbreitung auf die Wohnungen verhindern.
In zahlreichen Fällen sorgten brennende Müllcontainer in Hausdurchgängen, Innenhöfen und Müllräumen für Probleme, konnten aber auch noch vor einer Brandausbreitung abgelöscht werden. Zwei Kellerbrände stellten sich als Entstehungsbrände heraus und waren ebenfalls rasch unter Kontrolle.
Ein Brand am Wasser beschäftigte die Feuerwehreinsatzkräfte in der Leopoldstadt. Ein Fischertaubelhütte an der Donauinsel stand im Vollbrand. Unter Atemschutz wurden zwei Rohre vom Ufer aus vorgenommen, vor allem, um einen Flurbrand durch den Funkenflug zu verhindern. Zusätzlich wurde ein Löschangriff mit Wasserwerfer von einem Feuerwehrboot vorgenommen. Im Zeitraum von 22:00 Uhr bis 02:00 Uhr galt erhöhte Einsatzbereitschaft für die Berufsfeuerwehr Wien. Danach ging das Einsatzaufkommen deutlich zurück.
Auf der Donauinsel brannte eine Fischertaubelhütte.
Auch in Niederösterreich war die Silvesternacht besonders einsatzintensiv. Laut dem Landesfeuerwehrverband mussten die Einsatzkräfte zwischen 20.00 und 4.00 Uhr zu 130 Einsätzen ausrücken – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. 196 Feuerwehren standen mit 323 Fahrzeugen im Einsatz. Die meisten Alarmierungen betrafen Brände, darunter mehrere Gebäudebrände in Leopoldsdorf im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf), Wieselburg (Bezirk Scheibbs) und Ennsdorf (Bezirk Amstetten). Auch brennende Müllcontainer, Hecken- und Flurfeuer sorgten für zahlreiche Ausrückungen. 13 Einsätze standen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen, im Vorjahr waren es sechs.
Feuerwehreinsatz in der Silvesternacht in Maria Enzersdorf.
Zu den größeren Einsätzen zählte etwa ein Brand in einer Lagerhalle in Maria Enzersdorf, der sich als Fehlalarm herausstellte, sowie ein Flurbrand in Ebergassing, bei dem eine Thujenhecke durch einen Feuerwerkskörper in Brand geriet. In Wampersdorf stand eine Hecke binnen Sekunden in Flammen, während in Weigelsdorf eine Wiesenfläche und ein Fahrzeug nahezu gleichzeitig brannten. Auch in der Hinterbrühl mussten die Einsatzkräfte ausrücken, nachdem pyrotechnische Gegenstände in zwei Müllbehältern gezündet worden waren.
„Wenn andere das neue Jahr begrüßen, stehen unsere Feuerwehrmitglieder bereit, um im Notfall zu helfen“, sagte Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und dankte den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Laut dem Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband standen insgesamt 196 Feuerwehren mit 323 Fahrzeugen im Einsatz. Beim Jahreswechsel 2024/25 waren es 92 Feuerwehren mit 154 Fahrzeugen gewesen.
Laut Notruf Niederösterreich stieg die Zahl der Rettungseinsätze um fast 13 Prozent auf 318 Alarme zwischen 20.00 und 6.00 Uhr. Acht Menschen zogen sich durch Böller Verletzungen vor allem an den Händen, im Gesicht und im Brustbereich zu. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten 812 Anrufe - darunter 329 Notrufe, 178 telefonische Gesundheitsberatungen sowie zahlreiche weitere Beratungen und Auskünfte", so Notruf Niederösterreich-Geschäftsführer Josef Schmoll in einer Aussendung.
Die meisten Einsätze der Rettungsteams erfolgten aufgrund akuter Erkrankungen, allerdings sei die Zahl jener Patientinnen und Patienten, die nach Stürzen oder übermäßigem Alkoholkonsum vom Rettungsdienst versorgt werden mussten, erneut gestiegen.
In Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) etwa wurde eine 15-Jährige durch einen Feuerwerkskörper verletzt. Das Mädchen erlitt Verbrennungen im Bereich der Brust, des Halses und der Haare. Sie wurde in das Landesklinikum Baden gebracht, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. In Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) zog sich ein 19-Jähriger schwere Verletzungen an der Hand zu, als er einen pyrotechnischen Gegenstand zündete und dieser explodierte. Nach notärztlicher Versorgung wurde er ins Landesklinikum Mistelbach gebracht.
Besonders betroffen war auch das Burgenland. In Neusiedl am See brannte kurz nach Mitternacht am Kalvarienberg eine Fläche von rund einem Hektar. Der Brand wurde auf Alarmstufe B2 erhöht, die Feuerwehren Jois und Weiden am See unterstützten die Löscharbeiten. Eine bewusstlose Person wurde gerettet, ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung.
Flurbrand in Neusiedl am See.
In Parndorf mussten die Einsatzkräfte gleich zweimal ausrücken, nachdem Feuerwerksbatterien auf einem Acker in Brand geraten waren. In Apetlon war der Einsatz kurz nach Mitternacht beendet, der gemeldete Flurbrand bereits erloschen.
Auch in Jabing wurde kurz vor Mitternacht eine Wiese in Brand gesetzt, vermutlich durch Raketen. In Donnerskirchen hatte eine 80 Quadratmeter große Fläche Feuer gefangen.
In Königsdorf (Bezirk Jennersdorf) explodierte kurz nach Mitternacht eine Böller-Batterie der Klasse 4 vor dem Gesicht des 50-Jährigen. Er wurde ins Krankenhaus Graz eingeliefert.
Ebenfalls im Bezirk Jennersdorf kam es in einem Lokal zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Ein 46-Jähriger dürfte dabei einen 22-Jährigen verletzt haben. Der Ältere ging dann nach Hause. Als ihn die Polizei festnehmen wollte, verletzte er auch noch einen Polizisten, hieß es in einer Aussendung.
Burgenlandweit wurden insgesamt 13 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz erstattet und drei Gegenstände mit einem Gesamtgewicht von 7,6 Kilogramm beschlagnahmt.
Zehn Menschen sind in Oberösterreich in der Silvesternacht von Feuerwerkskörpern verletzt worden. Sie erlitten Verbrennungen an Armen und Beinen sowie Augenverletzungen. In Linz traf eine Rakete eine Person im Gesicht, eine weitere erlitt eine Augenverletzung durch ein sogenanntes "Römerlicht", berichtete das Rote Kreuz in seiner Bilanz. Ein Patient in Oberndorf (Bezirk Vöcklabruck) erlitt schwere Verbrennungen am Unterschenkel.
In Steyr traf ein Böller ins Auge einer Person und in St. Wolfgang verletzte ein herabfallender Feuerwerkskörper jemand im Gesicht. Mehr als 300 Rettungs- und Notfallsanitäterinnen und -sanitäter in 149 Rettungsautos sowie je 18 Notfallsanitäter und Notärzte in 18 Notarzteinsatzfahrzeugen leisteten Erste Hilfe und brachten die Patienten in die umliegenden Krankenhäuser.
In Hargelsberg (Bezirk Linz-Land) verletzte eine Rakete einen 28-Jährigen in seinem Garten. Abgefeuert hatte den Feuerwerkskörper ein 30-Jähriger, der dafür einen entsprechenden Pyrotechnikausweis besitzt, auf einem Feld, berichtete die Polizei. Die Rakete war - trotz Sicherung durch Eisenstangen - nach dem Zünden umgefallen, durch den Eisenzaun in den Garten des 28-Jährigen geflogen und unmittelbar vor dessen Beinen detoniert. Der Mann, der mit seiner Familie draußen war, wurde verletzt und ins Krankenhaus gebracht.
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