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Österreich hat zu wenig Bäder für den Schwimmunterricht

Eine Erhebung gibt erstmals einen österreichweiten Überblick über Wasserflächen. Es fehlen Kapazitäten für Kindergärten, Schulen und Vereine.
Schulkinder nehmen an einem kostenlosen Schwimmunterricht teil.

Österreichs Schwimminfrastruktur verfügt über zu wenig Hallenbäder und Wasserflächen für den Ganzjahresbetrieb. Auch die Kapazitäten für Kindergärten, Schulen und Vereine fehlen. Das zeigt eine bundesweite Erhebung des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV), die am Dienstagvormittag am Badeschiff in Wien bei einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Zudem gebe es regional teils lange Anfahrtswege sowie eine hohe Auslastung bestehender Hallenbäder.

Zunehmende finanzielle Herausforderungen würden den Gemeinden den Erhalt ihrer Hallenbäder schwer machen. Viele Gemeinden kämpfen laut OSV mit steigenden Betriebs- und Erhaltungskosten, wodurch dringend benötigte Wasserflächen langfristig gefährdet sind, wie die Erhebung zeige. „Bisher gab es eine derartige Wasserflächen-Erhebung in Österreich nicht“, sagte Susanne Polansky, OSV-Bundeskoordinatorin des vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport geförderten Projekts „Learn to Swim“.

Die Erhebung schaffe nun erstmals einen Überblick über die vorhandene Schwimminfrastruktur. Die Datenbank soll Vereinen, Schwimmschulen, Bildungseinrichtungen sowie Gemeinden und politischen Entscheidungsträgern als Planungsinstrument dienen. „Nur wenn wir wissen, wo Wasserflächen vorhanden sind und wo sie auch fehlen, können wir den Zugang zu Schwimmunterricht auch sichern“, sagte Polansky.

„Jeder soll schwimmen lernen können“

„Rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich verfügen über keinerlei Schwimmkenntnisse“, verwies die zuständige Staatssekretärin für Sport Michaela Schmidt auf entsprechende Zahlen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). „Unser Ziel muss es sein, dass jedes Kind in Österreich die Möglichkeit bekommt, schwimmen zu lernen.“ Schließlich sei Schwimmen lebensrettend.

Schwimmunterricht müsse für Schulen organisatorisch machbar sein, forderte Schmidt. „Was sicher nicht funktioniert ist, dass ein Kind zwei Stunden im Bus sitzt, um dann eine Stunde Schwimmunterricht zu haben.“ Ähnlich äußerte sich OSV-Generalsekretärin Julia Powischer: „Unabhängig vom Wohnort soll jeder und jede schwimmen lernen können.“

Für die Erhebung wurden alle 2.092 Gemeinden Österreichs kontaktiert und zu ihren Wasserflächen befragt. Insgesamt 1.200 Wasserflächen seien erfasst worden.

Die Ergebnisse sind auf www.oesterreichschwimmt.at bzw. www.oesterreich-schwimmt.at veröffentlicht und werden laufend aktualisiert.

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