© APA/dpa/Sebastian Gollnow

Chronik Österreich
12/18/2020

Schwierige Situation für Sexarbeitende durch Corona-Pandemie

Betroffene sind Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen ausgesetzt, beklagt die Interessensvertretung.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Lage für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter dramatisch verschärft. Darauf macht jenes Netzwerk aufmerksam, das sich zur Unterstützung für Rechte der Betroffenen in Österreich einsetzt. Sexarbeit ist in Österreich eine legale Tätigkeit, trotzdem sind diese Menschen Ungleichbehandlungen und Benachteiligungen ausgesetzt, hieß es am Freitag in einer Aussendung anlässlich des gestrigen Internationalen Tages gegen Gewalt an SexarbeiterInnen.

Keine Unterstützung

Im Unterschied zu anderen Selbstständigen fallen die Betroffenen nämlich oft durch sämtliche Sicherheitsnetze und haben kaum Möglichkeiten, staatliche Unterstützungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Gründe dafür sind einerseits die Vorgehensweise von inländischen Banken, die sich weigern, Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern ein Girokonten zu gewähren. Andererseits müssen viele von ihnen nach wie vor ihre Steuern über ihre Betreiber zahlen und verfügen daher über keine eigene Steuernummer.

Ein weiteres Problem sind verdeckte Ermittlungen der Exekutive, bei der sich Polizeibeamte als Kunden ausgeben. Dies hätte laut dem Netzwerk bereits vor der Pandemie eine grobe Menschenrechtsverletzung dargestellt und werde seit dem ersten Lockdown verstärkt weitergeführt.

Das sieben Organisationen umfassende Netzwerk besteht sein zehn Jahren und bietet Beratungsstellen für und Selbstorganisationen von Sexarbeitern in Österreich an. Sie fordern erneut eine vollständige Entkriminalisierung der Sexarbeit durch die Anerkennung der Rechte von Betroffenen aus menschen- und arbeitsrechtlicher Sicht, sowie die Einbeziehung von Sexarbeitern und des Netzwerkes in Entscheidungsprozesse.

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