Chronik | Österreich
29.10.2017

Zwei Tote in Graz: Polizei fahndet nach Verdächtigem

66-Jähriger soll mit Langwaffe drei Personen attackiert haben. Er soll mit einem weißen VW-Kleintransporter auf der Flucht sein.

Zwei Tote hat es am Sonntagvormittag bei einer Schießerei in Stiwoll (Bezirk Graz-Umgebung) gegeben. Ein 66-Jähriger soll eine Frau und einen Mann mit einem Gewehr getötet und eine Nachbarin schwer verletzt haben. Nach dem mutmaßlichen Täter lief laut Polizei eine Großfahndung, an der mehrere Spezialeinheiten sowie ein Polizeihubschrauber beteiligt waren.

Gegen 9.15 Uhr fielen in der 700-Einwohner Gemeinde Stiwoll die tödlichen Schüsse. Ein Steirer soll einen 64-jährigen Mann und eine 65-jährige Frau getötet haben. "Sie waren Nachbarn, aber höchstwahrscheinlich nicht verwandt", erklärte Polizeisprecher Leo Josefus gegenüber der APA. Motiv könnte ein Streit um ein Grundstück gewesen sein. Der derzeit flüchtige Mann soll außerdem eine 48-jährige Nachbarin schwer verletzt haben, sie wurde ins Krankenhaus transportiert. Alle drei Personen dürften sich zum Tatzeitpunkt im Freien aufgehalten haben und von dem Angriff völlig überrascht worden sein.

Kein Unbekannter

Der mutmaßliche Tatverdächtige (siehe Foto unten) Friedrich F. ist der Polizei nicht unbekannt. Vor etwas mehr als einem Jahr machte der Verdächtige Schlagzeilen, nachdem er auf seinem Kleinbus den Nazi-Gruß "Heil Hitler" montiert hatte und damit durch Graz gefahren war (der KURIER berichtete). Ebenfalls beworben wurde damals eine eigene Website, auf der sich Verschwörungstheorien und Anwürfe gegen Justiz, Medien und Politik fanden.Auf der Website, die ebenfalls darauf beworben wird, finden sich Verschwörungstheorien und Anwürfe gegen Justiz, Medien und Politik. - derstandard.at/2000040090188/Kleinbus-mit-Heil-Hitler-Plakat-in-Graz-unterwegs

Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Tatort großräumig ab, unter anderem waren auch die Cobra und ein Panzerfahrzeug sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Die Polizei vermutete, dass der 66-Jährige mit einem weißen VW-Transporter unterwegs war, hielt es aber für möglich, dass er das Auto stehen lassen und zu Fuß weiter flüchten würde. Die Bevölkerung wurde zu Vorsicht gemahnt, da der mutmaßliche Täter das Gewehr, das offenbar seiner Frau gehört, auf die Flucht mitgenommen hat.

Stiwoll ist eine kleine Gemeinde westlich von Graz mit rund 700 Einwohnern, die abseits der Hauptverkehrsverbindungen liegt und über keinen eigenen Bahnhof verfügt.