Chronik | Österreich
01.09.2017

Schülerzahlen: Ausländeranteil stieg auf 13 Prozent

Im vergangenen Schuljahr besuchten 18.000 Flüchtlinge österreichische Schulen. Wien verzeichnete im Jahr davor mit Abstand die meisten ausländischen Schüler.

Im Schuljahr 2015/16 besuchten insgesamt 146.588 Kinder und Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich die Schule. Das ergibt einen Anteil von 13 Prozent. Gegenüber 2014/15 stieg der Ausländeranteil damit um 1,1 Prozentpunkte, wie eine Zusammenstellung von Daten der Statistik Austria durch die "Medien-Servicestelle Neue Österreicher/innen" zum bevorstehenden Schulbeginn zeigt.

Neuere Zahlen - nämlich bereits jene aus dem Schuljahr 2016/17 - lieferte das Bildungsministerium der Servicestelle bezüglich des Anteils geflüchteter Kinder und Jugendlicher: Demnach wurden im abgelaufenen Schuljahr rund 18.000 Flüchtlinge an heimischen Schulen unterrichtet. Das entspricht einem Gesamtanteil von ungefähr 1,3 Prozent. Gegenüber dem Schuljahr 2015/16, wo 14.000 geflüchtete Kinder und Jugendliche gezählt wurden, stieg die Anzahl geflüchteter Schüler um 28,6 Prozentpunkte.

Zehn Prozent der Schüler ohne österreichischen Pass

Auch der Gesamtanteil an Schülern ohne österreichischen Pass wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich. Nachdem dieser Prozentsatz ab Mitte der 1990er Jahre relativ stabil um neun Prozent lag, wurden im Schuljahr 2011/12 erstmals zehn Prozent erreicht. 2014/15 verzeichnete die Statistik Austria dann bereits 11,9 Prozent Schüler ohne österreichischen Pass.

Mit Abstand die meisten ausländischen Schüler besuchten 2015/16 Wiener Schulen. 55.757 bedeuteten in der Bundeshauptstadt einen Anteil von 24,2 Prozent. Über dem Österreich-Schnitt lag mit Salzburg (13,7 Prozent) nur noch ein weiteres Bundesland. In absoluten Zahlen gingen in dem Zeitraum nach Wien die meisten Schüler mit ausländischer Staatsangehörigkeit in oberösterreichische Schulen (20.784). Am geringsten war der Ausländeranteil im Burgenland (9,1 Prozent) und in Niederösterreich (8,4 Prozent).

Sehr unterschiedlich sind die Schüler ohne österreichischen Pass auch auf die verschiedenen Schultypen verteilt: An Polytechnischen Schulen hatte demnach jeder fünfte Schüler eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ähnlich hoch war ihr Anteil in Sonderschulen (19,3 Prozent). An den Neuen Mittelschulen (NMS) und Volksschulen wurde ein Anteil von 15,8 bzw. 15,3 Prozent verzeichnet. An AHS machten ausländische Schüler 2015/16 hingegen nur zehn Prozent der Schülerschaft aus.

Die zahlenmäßig größten Gruppen stellten Schüler aus der Türkei (15.463) und aus Deutschland (14.693). 13.887 Kinder und Jugendliche kamen aus Serbien und Montenegro. Aus Bosnien-Herzegowina und Kroatien waren es 10.752 bzw. 8.997.

Schülerzahlen: Aufwärtstrend hält an

Nach vielen Jahren des geburtenbedingten Rückgangs hält der im Vorjahr begonnene Aufwärtstrend bei den Schülerzahlen weiter an: Mit rund 1.118.000 Kindern und Jugendlichen soll es heuer um 0,7 Prozent mehr Schüler als 2016/17 geben, zeigt eine Schätzung der Statistik Austria. Die Zahl der Taferlklassler soll dabei sogar um 2,1 Prozent auf rund 88.500 ansteigen.

An den Volksschulen werden heuer rund 342.000 Schüler erwartet, das sind um 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die auslaufenden Hauptschulen besuchen nur noch etwa 2.000 Schüler (minus 79,3 Prozent), als dazu kommunizierendes Gefäß legt die Neue Mittelschule um 3,9 Prozent auf 208.000 Schüler zu. An den Polytechnischen Schulen wird ein Schwund um 1,1 Prozent auf 15.000 Schüler erwartet. Sie liegen damit nur mehr knapp vor den Sonderschulen mit heuer 14.000 Schülern und einem Plus von 2,1 Prozent.

Zuwächse verzeichnet auch die AHS-Unterstufe: Sie wird heuer von rund 121.000 Schülern besucht (plus 2,5 Prozent). Mit 1,5 Prozent etwas geringer fällt der Schülerzuwachs an den AHS-Oberstufen aus, sie kommen heuer auf 93.000 Schüler. Insgesamt ergibt das für die AHS 214.000 Schüler bzw. ein Plus von 2,1 Prozent.

Schülerschwund an Berufsschulen

Weiter geht der Schülerschwund an den Berufsschulen: Nach minus zwei Prozent im Vorjahr beträgt der Rückgang im neuen Schuljahr sogar drei Prozent auf nur mehr 111.000. Praktisch konstant bleiben die Schülerzahlen dagegen sowohl an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS; 44.000) und den berufsbildenden höheren Schulen (BHS; 145.500). Nach Sparten betrachtet gibt es aber dabei durchaus Unterschiede: Kaufmännische sowie wirtschafts- und sozialberufliche Zweige verzeichnen leichte Rückgänge (je minus 1,2 Prozent), technische und gewerbliche (plus 0,8 Prozent) sowie land- und forstwirtschaftliche (plus 1,4 Prozent) leichte bzw. die Schulen für Elementar- und Sozialpädagogik (plus 3,3 Prozent) stärkere Zugewinne.

Die vom Bildungsministerium veröffentlichte Schätzung der Statistiker beruht auf demografischen Daten und den vorläufigen Schülerzahlen des vergangenen Schuljahres.