Chronik | Österreich
03/12/2019

Schüler rufen weltweit zum Klimastreik auf - auch in Österreich

Die Schwedin Greta Thunberg hat offensichtlich einen Nerv getroffen. In 90 Ländern folgt man ihrem Aufruf.

"Wozu sollen wir lernen, wenn unsere Zukunft auf dem Spiel steht?" Diese Frage stellen sich momentan junge Menschen auf der ganzen Welt. Der Schulstreik der Klimaaktivistin Greta Thunberg hat viele Schülerinnen und Schüler aufgerüttelt. So auch in Österreich: Seit zwölf Wochen wird in Wien jeden Freitag gestreikt und unter dem Namen "Fridays for Future" (wörtlich: Freitags für die Zukunft) demonstriert.  Nächster Höhepunkt ist am kommenden Freitag, 15. März: Da werden Schüler aufgerufen, weltweit zu streiken, um die Politik zum Handeln gegen den Klimawandel zu bewegen. Mehr als 1000 Einzelinitiativen in rund 90 Ländern beteiligen sich daran. In Österreich werden Schüler und Studenten in Wien, Innsbruck, Salzburg, Graz, Linz, Klagenfurt und Bregenz auf die Straße gehen.

Die Wissenschaft und auch viele Eltern begrüßen die Initiative der Jugend. So sind in den letzten zwei Wochen viele der Jugendbewegung gefolgt, auch die Initiativen "Parents for Future" und "Scientists for Future" wurden gegründet. Beweggrund der Eltern ist, ihre Kinder im Fokus der Öffentlichkeit nicht alleine zu lassen und an dem Gedanken "unsere Kinder sollen es mal besser haben als wir"  festzuhalten. Die "Scientists for Future" haben eine Unterschriftenaktion gestartet, die im deutschsprachigen Raum bereits über 12.000 Mal unterzeichnet wurde. Die wissenschaftlichen Lösungen und Fakten seien seit Jahren bekannt, heißt es. Es ginge nun darum zu zeigen: "Was die Jugend fordert, ist legitim. Es geht um ihre Zukunft und für die setzen sie sich ein", sagt etwa Helga Kromp-Kolb, eine der bekanntesten Wissenschafter Österreichs, die vor dem Klimawandel warnt.

Demo ist kein Entschuldigungsgrund

Nun liegt ein großer Druck auf den Schulen: Lassen sie die Schüler streiken? Ist die Demonstration ein Entschuldigungsgrund?

Rechtlich ist die Sache jedenfalls eindeutig: Ein Streik ist kein Grund vom Unterricht fernzubleiben. Doch Österreich wäre nicht Österreich, wenn es nicht für jede Regelung auch Möglichkeiten gebe, diese Regelung zu umgehen. Klassenvorstand oder Direktor können ein "Fernbleiben aus wichtigen Gründen" erlauben.

Für den weltweiten Klimastreik am Freitag haben sich auch ganze Klassen mit ihren Lehrern oder Direktionen angekündigt. So wie zum Beispiel Lena Schilling. Sie ist Schülerin der Modeschule Herbststraße  (Wien) und streikt von Beginn an mit: "Man merkt momentan wirklich, dass das Thema viele junge Menschen beschäftigt. Viele haben nur auf eine Bewegung wie diese gewartet, um aktiv zu werden und ihr Gefühl der Machtlosigkeit endlich zu bekämpfen." In den vergangenen Wochen versammelten sich in Wien freitags zwischen 200 und 300 Demonstranten. Wie viele es kommenden Freitag werden,  ist unklar. Alleine auf Facebook gibt es mittlerweile über 2000 Zusagen. Schüler entgegen, dass Facebook für sie keine große Rolle mehr spiele. Man darf also gespannt sein, wie viele tatsächlich dem Aufruf der Schwedin Greta Thunberg folgen werden.