Chronik | Österreich
10.12.2017

Schnee zu Weihnachten in Sichtweite

Ab 800 Meter Seehöhe ist die Chance groß, die letzten weißen Festtage liegen fünf Jahre zurück.

"Leise rieselt der Schnee, still und starr ruht der See, weihnachtlich glänzet der Wald, freue dich, ’s Christkind kommt bald."

Bekannte Weihnachtslieder wie jenes von Eduard Ebel – verfasst 1895 – wecken bei vielen Österreichern jedes Jahr die Sehnsucht nach der tief verschneiten Winterlandschaft rund um den Heiligen Abend am 24. Dezember. Gerade nach der hektischen Adventszeit erhoffen sich die meisten weiße Weihnachten als Synonym für Romantik, Ruhe und Besinnlichkeit bei Schnee im Kreis der Familien.

Dass dieser viel beachtete Wunsch in Wahrheit immer seltener in Erfüllung geht, zeigt die Statistik. Vor allem in tieferen Regionen nahm die Wahrscheinlichkeit für eine weiße Pracht an den Festtagen in den vergangenen Jahrzehnten stark ab. Trotzdem stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt.

Ausgerechnet die beiden Flachlandorte Wien und Eisenstadt waren im Bundesvergleich die letzten Landeshauptstädte, in denen es zu Weihnachten Schnee gab. Im Jahr 2012 lagen in der Bundeshauptstadt ein und im Burgenland rund drei Zentimeter Neuschnee. Die reichten aus, um in der Wetterstatistik gewertet zu werden.

Auch wenn es erst wenige Tage vor dem 24. Dezember aussagekräftige Wetterdaten gibt, zeigen erste Prognosemodelle, dass die Chancen für weiße Weihnachten heuer besser stehen, als in den vergangenen Jahren. Immerhin hat der heurige Dezember im Vergleich zu 2015 und 2016 viel kälter und mit Schnee begonnen.

"Nach einer kurzen heftigen Wärmephase mit Sturmtief am Montag kommen ab Dienstag bereits wieder Kälte und Neuschnee. Auch bis zum nächsten Wochenende ist kein Hochdruckeinfluss in Sicht", sagen Josef Lukas und Thomas Knabl, Meteorologen beim Wetterdienst Ubimet. Daher gehen sie davon aus, dass heuer "oberhalb von 800 bis 1000 Meter Seehöhe mit 50- bis 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit weißen Weihnachten gerechnet werden kann".

Ungewissheit

Knapp wird es wie so oft im Flachland zwischen Burgenland und Salzburg. "Da muss man noch abwarten, ob bis Weihnachten Schnee fällt und ob dieser tatsächlich liegen bleibt", sagt Lukas. Geht man von der Langzeitstatistik aus, dann bewegt sich die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in Innsbruck zwischen 40 und 60 Prozent, in Bregenz oder Klagenfurt zwischen 20 und 40 Prozent. Noch viel besser sieht es oberhalb von 1000 Metern Seehöhe aus: "In Krimml, Radstadt, Semmering und Kitzbühel sind statistisch gesehen acht von zehn Weihnachten mit Schnee. Die Mengen können aber stark variieren", sagt Wetterexperte Lukas.

Nur minimale Chancen (bis 20 Prozent) haben die Niederösterreicher, Burgenländer und Wiener, um nach der Bescherung im Schnee in die Mette zu stapfen.

In der jüngsten Vergangenheit erlebten die Österreicher ungewöhnlich warme Weihnachtsfeiertage – zuletzt vor zwei Jahren: Zahlreiche Lifte und Sommerrodelbahnen waren damals in den Weihnachtsferien bundesweit im Betrieb, um Wanderer statt Wintersportler auf die Gipfel zu bringen.