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Chronik | Österreich
09/25/2018

Sarah Wiener: „Stehen vor Abgrund in der Agrarindustrie“

Ministerin Elisabeth Köstinger und die Star-Köchin im Gespräch, wohin die Landwirtschaft gehen soll

Zu Beginn der Plenarsitzung des informellen Agrar- und Fischereirats am Dienstag in Schloss Hof (NÖ) hielt Star-Köchin Sarah Wiener eine Grundsatzrede über „Lebensqualität und die gemeinsame Agrarpolitik der EU“. Vorab erklärte sie dem KURIER gemeinsam mit Elisabeth Köstinger (ÖVP), Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, was in der Landwirtschaft verändert werden muss.

„Der derzeitige Weg führt ins Nichts, so geht es nicht weiter. Wir stehen vor einem Abgrund in der Agrarindustrie“, sagt Wiener. Es sei ein System aufgebaut worden, in dem alle denken, dass die Produkte möglichst billig sein müssen. Auch Köstinger sagt: „Wo soll die Agrarpolitik hingehen? Billig gibt es nicht, irgendwer zahlt immer drauf. Der Wert der Lebensmittel muss wieder in den Vordergrund rücken. Am Regal entscheidet sich die Masse für billige Produkte. Aber Lebensmittel sind Mittel zum Leben. Dazu gilt es zurückzukommen.“ Wiener hakt ein: „Der Handel schneidet den Bauern die Würde ab. Menschen werden immer kränker. Früher hatten Kinder kein Diabetes und woher kommen die vielen Unverträglichkeiten? Es hängt mit der Art der Ernährung zusammen, weil nicht der Geschmack der Lebensmittel im Vordergrund steht, sondern die Haltbarkeit.“

„Qualität vor Quantität“

Köstinger gehe es vordergründig darum, zurück zur Debatte zu kehren, wer die Lebensmittel produziert. „Wir müssen den Fokus auf Qualität vor Quantität legen. Deshalb ist die ländliche Entwicklung so wichtig“, fährt Köstinger fort. „Bei unserem Besuch am Montag in der Eismanufaktur Eisgreissler in Krumbach und bei Mandl’s Ziegenhof in Lichtenegg konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass Gelder für die Entwicklung Positives bewirken.“