© Bundesheer/Martin Hoerl

Chronik Österreich
04/09/2021

Rückstau bei Stellungspflichtigen auf 1.900 reduziert

Betroffene Stellungspflichtige können sich ans zuständige Militärkommando wenden.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ist am Freitag ausgerückt, um wegen der corona-bedingten Verzögerungen bei den Stellungsterminen zu kalmieren: Man sei bemüht, "individuelle und maßgeschneiderte Lösungen" zu finden, versicherte sie bei einer Pressekonferenz. Betroffene Burschen, die etwa wegen einer Ausbildung einen früheren Termin brauchen, sollen sich per Telefon oder E-Mail an das zuständige Militärkommando wenden.

Vergangenes Jahr musste das Bundesheer wegen der Pandemie den Stellungsbetrieb von Mitte März bis Anfang Juni für zwölf Wochen einstellen, damals sei dies "anders nicht möglich" gewesen, erklärte Tanner. Dann habe man die insgesamt sechs Stellungshäuser unter strengsten Schutzmaßnahmen wieder geöffnet - mit einem Rückstau von rund 13.000 jungen Männern.

Dieser Rückstau sei nunmehr auf rund 1.900 reduziert worden, weil die Mitarbeiter mit Hochdruck am Abbau gearbeitet hätten, unterstrich die Ministerin. Es habe sogar Urlaubssperren gegeben, auch sei zusätzliches Personal in die Stellungsstraßen verlegt worden. In den Stellungsstraßen in Kärnten und der Steiermark sei der Rückstau erledigt, in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich werde es spätestens übernächste Woche soweit sein und in Tirol im Mai.

Allerdings wurde zuletzt bekannt, dass dadurch jene jungen Männer des Jahrgangs 2003, die im ersten Quartel 2021 eigentlich einen Stellungstermin gehabt hätten, voraussichtlich bis zu einem Jahr warten müssen. Denn wegen des Abbaus des Rückstaus wurden die ursprünglichen Termine des Jahrgangs 2003 für die ersten drei Monate in diesem Jahr quasi hinten angehängt und damit auf das erste Quartal 2022 geschoben.

Für jene Burschen, die wegen des Aufschubs der Stellung einen begründbaren Nachteil zu erwarten haben, besteht laut Bundesheer jedoch die Möglichkeit, einen Antrag auf Vorziehung einzureichen. Nähere Informationen gibt es beim zuständigen Militärkommando. In Einzelfällen könne es zu "sehr mühsamen und unangenehmen Verschiebungen" kommen, aber man sei immer bemüht, individuelle Lösungen zu finden, versicherte Tanner. Es gebe ja beispielsweise auch den umgekehrten Wunsch, einen späteren Termin zu bekommen, weil man etwa zuerst seine Ausbildung abschließen wolle.

Der Betrieb in den Stellungsstraßen laufe unter strengsten Hygienevorkehrungen, betonte der zuständige Generalmajor Harald Vodosek. Es gebe beispielsweise Plexiglaswände und flächendeckende FFP2-Maskenpflicht, und wo möglich, sei das Personal auch bereits geimpft. Auch während des harten Lockdowns in Ostösterreich sei somit gesichert, dass alle in die Stellungshäuser kommen können.

Mit der neuen Teiltauglichkeit, die bei der Beurteilung bereits zur Anwendung kommt, geht Tanner übrigens von rund 2.000 zusätzlichen Tauglichen aus, von denen sich etwa 55 Prozent für den Grundwehrdienst entscheiden werden, wie man hofft.

 

 

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