© Asfinag

Rettungsgasse
12/06/2012

Retter irren durch Rettungsgasse: Kurioser Asfinag-Brief

Den Sinn der Rettungsgasse prüfen nun ausschließlich die Befürworter. Die Asfinag ruft per Brief zur Ordnung.

von Dominik Schreiber, Philipp Kienzl

Zur Rettungsgasse gibt es keine vernünftige Alternative“, sagt Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes. Er sagt das zum Beispiel auf Asfinag-Pressekonferenzen, bei denen die Rettungsgasse beworben wird. Dass nun ausgerechnet seine Organisation im Auftrag des Verkehrsministeriums (um 60.283 Euro) prüfen soll, ob sich die Rettungsgasse bewährt, mag verwundern. Finanziert wird das mit jenem Geld, das die Wunschkennzeichen-Besitzer in einen zweckgebundenen Topf (Verkehrssicherheitsfonds) einzahlen müssen. Das ergab eine parlamentarische Anfrage der FPÖ. Auch der Arbeiter-Samariterbund und das Kuratorium für Verkehrssicherheit, die für die Rettungsgasse getrommelt haben, sind an dem Projekt beteiligt.

Nicht bei dieser Evaluierung dabei sind hingegen Polizei und Feuerwehr, wo es weit mehr Kritik gibt. Vor allem Letztere hat sich mit ihren breiten Rüstwagen oft durch enge Rettungsgassen zu kämpfen. Bis heute konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Rettungsgasse überhaupt etwas bringt.

Offenbar haben auch die Retter selbst nach einem Jahr noch damit zu kämpfen. Vor allem auf dreispurigen Autobahnen herrscht das Chaos. Auf der Facebookseite der Rettungsgasse zeigt die Asfinag sogar selbst ein Video, auf dem Polizei und Rettung durch eine falsche Rettungsgasse fahren. „Die RG ist zwar auf der falschen Spur gebildet, aber für die Einsatzkräfte befahrbar und funktioniert im stockenden Verkehr. Danke“, lautet der offizielle Kommentar dazu.

"Botschafter“ gesucht

Doch damit sollte eigentlich Schluss sein. Die Asfinag forderte kürzlich in einem Brief alle Blaulichtorganisationen dazu auf, dass die Einsatzfahrer künftig „als vorbildhafte Botschafter“ stur die Rettungsgasse benützen sollen – selbst wenn gar keine vorhanden ist und sie anders rascher zum Unfallort kommen würden. Auch wenn der Pannenstreifen frei ist, sollen sich die Blaulichtfahrzeuge auf der linken Seite durchquälen, wünscht die Asfinag. Ähnliche Versuche gab es vor Jahren in Bayern, damals fuhren die Feuerwehren stur durch die Rettungsgasse und beschädigten etliche Außenspiegel – Ergebnis war, dass die Rettungsgasse wenigstens im Süden Deutschlands manchmal funktioniert.
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