Chronik | Österreich
01.10.2018

Proteste gegen geplante Wörthersee-Seilbahn

Kritik wird geübt: Die Station werde im Pörtschacher Landschaftsschutzgebiet errichtet

Das Projekt ist bisher mehr als vage und dennoch hagelt es bereits massive Proteste rund um die Wörthersee-Gemeinde Pörtschach: Zahlreiche Hoteliers wollen von der Schiffsanlegestelle Peter-Alexander-Steig in Pörtschach am Nordufer des Sees eine Seilbahn auf den Aussichtsturm Pyramidenkogel in Keutschach am Südufer realisieren.

Die Seilbahnstation würde laut ersten Plänen mitten im Pörtschacher Promenadenbad am Landspitz stehen, das im Gegenzug zum „größten freien Gratis-Zugang am Wörthersee“ mutieren soll, versprechen die Initiatoren. Sie rechnen mit einer Chance für den Ganzjahrestourismus, 400.000 Gondel-Nutzern jährlich, sowie einer Belebung der Hotellerie und Gastronomie in der Region. Im Jänner 2019 soll bereits um die erforderlichen Bau-Bewilligungen angesucht werden, ein Sprecher oder gar ein Finanzier der Idee tritt jedoch vorerst nicht an die Öffentlichkeit.

Nicht nur diese Umstände haben nun die Plattform „Rettet den Wörthersee! Nein zur geplanten Seilbahn, stoppt den Ausverkauf dieses Juwels“ alarmiert. Auf openpetition.eu fordert Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) dazu auf, sich gegen den Seilbahnbau zu stemmen. Die geplante Seilbahnstation würde mitten im Landschaftsschutzgebiet errichtet werden, heißt es. Auch werde es vonnöten sein, den Landspitz zum Parkplatz umzubauen. Und die Zahl der Übernachtungen würde sich im Sommer von derzeit 2500 täglich plötzlich verdoppeln. „Es fehlt die Infrastruktur und außerdem würde es zu einem ’Overtourism’ wie in Hallstatt oder Venedig kommen“, argumentieren die Seilbahn-Gegner.

Die Kommunalpolitiker wissen nicht so recht, wie sie sich positionieren sollen. In der Gemeinde wird es im Oktober „Zukunftsdialoge“ geben, um Details zu kommunizieren bzw. zu erfahren.

Thomas Martinz