Chronik | Österreich
11.05.2018

Pongau: Wolf dürfte zum dritten Mal Weidevieh gerissen haben

Symbolbild. © Bild: APA/AFP/PHILIPPE HUGUEN

Zwei Ziegen wurden mutmaßlich von einem Wolf gerissen, zwei weitere verletzt. Die Landwirtschaftskammer fordert Maßnahmen.

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen dürfte im Salzburger Pongau ein Wolf Weidevieh gerissen haben. Am Freitag hat ein Landwirt in St. Johann zwei tote und zwei verletzte Ziegen gefunden. Die Tiere befanden sich laut Landwirtschaftskammer auf einer mit Elektrozaun gesicherten Weide in unmittelbarer Hofnähe. DNA-Proben sollen nun Klarheit bringen, ob ein Wolf zugeschlagen hat.

Laut der Wolfsbeauftragten des Landes Salzburg, Gundi Habenicht, befindet sich die Weide in der Nähe des Hofes, der Betrieb selbst sei aber abgelegen. "Bei den toten Tieren gab es bereits zusätzliche Fraßspuren, wahrscheinlich vom Fuchs", so Habenicht. Ob es sich bei den Bisswunden um einen Wolf oder einen Hund handelt, sei schwer festzustellen.

Schutzstatus als Problem

Ende April wurden in Tenneck sechs Schafe getötet und eines verletzt, einige Tage später entdeckte ein Bauer zwei gerissene Schafe ebenfalls in einer eingezäunten Weide. Auch in diesen Fällen wurden DNA-Proben aus den Bisswunden genommen, diese sind aber noch nicht ausgewertet, informierte Agrar-Landesrat Josef Schwaiger. Auch wenn damit die letzte Sicherheit noch fehle, weise vieles auf den Wolf hin. "Es scheint so, dass wir ein veritables Problem haben. Vor allem die landwirtschaftlichen Betriebe leiden sehr darunter", so der Landesrat.

Der Salzburger Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Eßl geht einen Schritt weiter: "Ich fühle mich in meiner Forderung nach einem wolfsfreien Alpenraum bestätigt. Ohnehin halte ich den strengen Schutzstatus für ungerechtfertigt, da der Wolf europaweit nicht in seinem Bestand gefährdet ist. Dies gehört dringend geändert, damit Tier und Mensch vor dem Wolf geschützt sind."