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Chronik Österreich
07/15/2022

"Polizist" beschwatzte Grazerin stundenlang: Hunderttausende Euro weg

59-Jährige war mit Geschichte über angebliche Einbrecherbande in ihrer Wohngegend verunsichert worden.

Eine 59-jährige Grazerin ist am Donnerstag auf einen falschen Polizisten hereingefallen und hat dessen Komplizen Geld und Wertgegenstände um mehrere hunderttausend Euro übergeben. Der Unbekannte hatte sie angerufen und in ein stundenlanges Gespräch verwickelt. Darin machte er ihr weis, dass ihre Adresse auf der Liste einer Einbrecherbande geschrieben war und auch ihr Geld und Wertgegenstände auf der Bank wegen eines dortigen korrupten Mitarbeiters nicht mehr sicher seien.

"Räubersg'schicht" erzählt

Der angebliche Polizist hatte die Grazerin gegen 14 Uhr angerufen, mit der deutschen Ländervorwahl. Auch sprach der "Beamte" akzentfreies Bundesdeutsch. Der vermeintliche Kripo-Mann schilderte eine richtiggehende "Raubersg'schicht'": Eine sechsköpfige Einbrecherbande wäre in ihrer Umgebung unterwegs. Zwei Täter seien bei einem Raubüberfall in der Triester Straße gestellt worden. Dabei hätte man eine Liste mit Namen und Adressen vorgefunden, darunter auch die Daten der 59-Jährigen.

In dem drei Stunden dauernden, ununterbrochen geführten Telefonat erschlich sich der Mann das Vertrauen der Frau und brachte sie dazu, alle in einem Bankschließfach deponierten Wertgegenstände zu holen. Wegen des "korrupten Bankmitarbeiters" sei dabei Stillschweigen zu bewahren, sagte er.

Tasche mit Geld vor Haustür gelegt

Die Frau begab sich dann tatsächlich zu ihrer Hausbank und hob alles Geld von ihren Konto ab, ließ sich ihre Wertgegenstände geben. Zu Hause packte sie alles in eine Tasche und legte sie den Anweisungen des Unbekannten gemäß vor ihre Haustüre. Unbekannte Täter holten diese Tasche dann ab. Erst später kamen der Frau Bedenken. Das Kriminalreferat des Stadtpolizeikommandos Graz hat die Ermittlungen übernommen.

Die Polizei warnte am Freitag zum wiederholten Male vor dieser Betrugsmasche: Polizisten würden niemals anrufen und Menschen dazu auffordern, Geld und Wertgegenstände an sie zu übergeben.

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