Pistole aus 3D-Drucker

© Defense Distributed

Illegal
08/01/2013

Polizei-Test ergab: Waffe aus 3-D-Drucker ist tödlich

In einem geheimen Test stellte sich heraus, dass die ausgedruckte Pistole gefährlich ist.

von Dominik Schreiber

30 Stunden dauerte es, dann hatte der Sachverständige im Wiener Innenministerium eine Pistole aus dem Internet heruntergeladen und ausgedruckt. Inklusive Neun-Millimeter-Projektil. Das klingt nach Science Fiction und Raumschiff Enterprise, ist aber mittlerweile dank 3-D-Drucker (ab etwa 900 Euro erhältlich) machbar. Der Vorteil: Die Waffe muss in keinem Geschäft gekauft werden, es gibt keine Registrierung und die Pistole ist durch keinen Metalldetektor zu finden.

Vier Schüsse

Das Ergebnis des Tests lautete: Die Waffe ist potenziell tödlich. Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, bestätigte entsprechende Recherchen des KURIER. Das einzige Problem bisher ist, dass der Lauf der Pistole nach jedem Schuss nicht mehr zu gebrauchen war und jedes Mal getauscht werden musste. Deshalb wurde der Test nach vier Schüssen wieder abgebrochen. Genauere Details werden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben.

„Wir stufen die Pistole als Schusswaffe ein, man benötigt entsprechende Dokumente – wie Waffenschein oder -besitzkarte“, erklärt Grundböck. Wer sich also einen 3-D-Drucker kauft und so eine Pistole herstellt, der macht sich des illegalen Waffenbesitzes strafbar.

Ein Test in Australien hat ergeben, dass ein aus nächster Nähe abgefeuertes Projektil bis zu 17 Zentimeter in den Körper eindringen kann.

Auf europäische Ebene laufen bereits Gespräche, wie mit dem neuen Phänomen umgegangen werden kann. Eine Möglichkeit wäre eine Registrierungspflicht für 3-D- Drucker. Das Problem wird sich in der Zukunft zunehmend verschärfen. Seit einigen Tagen ist auch erstmals ein Gewehr namens „Grizzly“ zum Ausdrucken in Umlauf.

Das deutsche Bundeskriminalamt warnt kürzlich bereits vor möglichen Anschlägen mit den neuen 3-D-Waffen. Reporter des israelischen Fernsehsender Israel 10 haben es Anfang Juli sogar geschafft, so eine „Liberator“-Pistole ins Parlament zu schmuggeln. In dem Bericht ist zu sehen, wie der Reporter – trotz strengster Sicherheitskontrollen – neben Premierminister Daniel Netanyahu sitzt und die Waffe aus dem Rucksack nimmt.

In der im Internet erhältlichen Originalvorlage sind zwar Metallgewichte vorgesehen, damit die Pistole von Detektoren aufgespürt werden kann. Doch diese können problemlos weggelassen werden. Mittlerweile gibt es auch erste Programme, die den Ausdruck von solchen Waffen verhindern können.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.