© Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Chronik Österreich
09/29/2012

Perwang: Schlimmer Fall von Tierquälerei

Eine 49-Jährige war mit der Haltung von mehr als 100 Tieren völlig überfordert. Ein Esel, ein Schaf und eine Ziege sind tot.

von Michael Petermair

In der kleinen Gemeinde Perwang im Innviertel muss sich eine 49-Jährige wegen Tierquälerei verantworten. Veterinärmediziner Josef Stöger von der Bezirkshauptmannschaft Braunau bot sich am Donnerstag ein grauenhaftes Bild, als er den Bauernhof der Frau kontrollierte. 24 Schweine standen in ihrem eigenen 50 Zentimeter hohen Kot. 60 Schafe konnten sich kaum auf den Beinen halten, weil sie völlig abgemagert waren. Weiters fand Stöger – auf engstem Raum zusammengepfercht – drei Esel und 15 Ziegen.

Todesursache

Außerdem waren zwei Schäferhunde an einer extrem kurzen Leine angehängt. Auf dem Gelände lagen auch drei verendete Tiere: ein Esel, ein Schaf und eine Ziege. „Wir werden die Kadaver untersuchen, um die Todesursache feststellen zu können“, sagt Stöger. Tierhalterin Monika M. zeigte sich gegenüber Eva Gaisbauer, die in der BH Braunau für Tierhaltung zuständig ist und ebenfalls vor Ort war, einsichtig. „Die Frau ist kooperativ und hat bereits begonnen, den Schweinestall auszumisten“, berichtet Gaisbauer dem KURIER. Einen Großteil der verwahrlosten Schafe und Schweine habe M. vorübergehend bei Bekannten untergebracht. „Sie hat vor, den Bauernhof, in dem sie selbst gar nicht mehr wohnt, zu verkaufen“, sagt Gaisbauer, die davon ausgeht, dass die 49-Jährige mit den vielen Tieren völlig überfordert war.

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Nachbarin M. wurde bei der Staatsanwaltschaft wegen Tierquälerei angezeigt. „Sie muss mit einer Geldstrafe rechnen. Ich habe aber auch schon erlebt, dass jemand wegen solcher Verstöße ins Gefängnis gewandert ist.“

Der Fall in Perwang war ins Rollen gekommen, weil eine Nachbarin die Pfotenhilfe Lochen verständigt hatte. „Wir haben danach die Behörde informiert. Meiner Meinung nach handelt es sich bei dieser Frau um einen Tier-Messie. Sie hat ja auch Perlhühner, Pfaue und Katzen gehalten“, sagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, die zehn Katzen der 49-Jährigen aufgenommen hat.

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